Erdoğan und von der Leyen beraten über türkisch-europäische Beziehungen

21.05.2026 – 13:00 Uhr

Angesichts der wachsenden Spannungen im Nahen Osten hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan in einem Telefonat mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, eine Neuausrichtung der strategischen Beziehungen gefordert. Neben dem Gaza-Konflikt standen auch wirtschaftliche Integrationsschritte und die europäische Sicherheitsarchitektur im Fokus.

Wie die türkische Kommunikationsdirektion am Dienstag mitteilte, unterstrich Erdoğan in dem Gespräch, dass die eskalierenden regionalen Konflikte die strategische Bedeutung der Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union erneut deutlich gemacht hätten. Er versicherte, sein Land arbeite intensiv an der Aufrechterhaltung der Waffenruhe und der Sicherung des Friedens in der Region. In diesem Zusammenhang forderte er eine schnellstmögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus.

Mit scharfen Worten kritisierte Erdoğan das Vorgehen Israels. Er warf der Regierung in Jerusalem vor, ein Interesse an der Fortsetzung der Konflikte zu haben und internationales Recht zu verletzen. Das türkische Staatsoberhaupt sprach in diesem Zusammenhang wörtlich von „Akten der Piraterie”. Er betonte die Notwendigkeit, den internationalen Druck auf Israel zu erhöhen.

Neben der Sicherheitslage drängte Erdoğan auf eine Vertiefung der wirtschaftlichen Verflechtung. Er pochte auf eine dringend notwendige Aktualisierung der Zollunion zwischen der Türkei und der EU. Ziel sei es, die wirtschaftliche Integration zu stärken und gemeinsame Interessen voranzutreiben, hieß es in der Erklärung weiter.

Zudem machte der Präsident deutlich, dass eine Einbindung der Türkei in die europäischen Sicherheitsstrategie-Initiativen für beide Seiten vorteilhaft wäre. Das Telefonat fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem Brüssel und Ankara um eine Neujustierung ihrer seit Jahren stagnierenden Beziehungen ringen.