Energieminister Bayraktar: Gespräche mit China, Südkorea und Kanada über neue Atomprojekte

19.06.2026 – 6:30 Uhr

Die Türkei treibt ihre ambitionierten Atompläne mit Hochdruck voran und lotet dabei die Technologien mehrerer internationaler Partner aus. Ziel sei es, wettbewerbsfähige Preise für Kernkraft zu erreichen und gleichzeitig die sicherste verfügbare Technologie mit einem hohen Anteil heimischer Wertschöpfung zu kombinieren, erklärte Energieminister Alparslan Bayraktar.

Laut dem Ministerium besichtigte Bayraktar das rumänische Kernkraftwerk Cernavodă, in dem kanadische CANDU-Reaktoren betrieben werden. Der Besuch unterstreicht die intensive Suche nach der passenden Technologie für die nächste Generation türkischer Atommeiler.

Die Türkei hält an ihrem strategischen Ziel fest, die nukleare Kapazität bis 2050 auf 20.000 Megawatt auszubauen. Bayraktar bezeichnete die Atomkraft als unverzichtbaren Baustein für die nationale Energieversorgungssicherheit und zur Erreichung des von Präsident Recep Tayyip Erdoğan ausgegebenen Ziels der Netto-Null-Emissionen bis 2053 und betonte, dass ein ganzheitlicher Ansatz bei der nuklearen Abfallentsorgung und Brennstoffversorgung essenziell sei, um zeitnah ein zweites und drittes Projekt realisieren zu können.

Während am Standort Akkuyu derzeit vier Reaktoren im Bau sind, laufen bereits die Vorplanungen für weitere Anlagen in Sinop und Thrakien. In diesem Zusammenhang befindet sich das Land in einer entscheidenden Phase der Technologieauswahl. Neben langjährigen Verhandlungen mit China hat die Türkei zuletzt auch die Gespräche mit Südkorea intensiviert. Besondere Dynamik verzeichnet das Ministerium derzeit in der Kooperation mit Kanada. Für Ende Juni oder Anfang Juli ist ein Treffen eines kanadischen Unternehmens mit türkischen Zulieferern und Ausrüstern geplant.

Darüber hinaus rücken kompakte Nuklearlösungen stärker in den Fokus. Auch kleine modulare Reaktoren stünden auf der Agenda der Regierung, so der Minister.