Steigende Kraftstoffpreise und strengere Abgasvorgaben verändern den Automarkt in Europa und der Türkei. Während Elektroautos in der Europäischen Union deutlich zulegen und erstmals die Benziner überholen, gewinnen in der Türkei vor allem Hybridmodelle an Bedeutung.
In den ersten acht Monaten 2026 sank der gemeinsame Marktanteil von Benzin- und Dieselfahrzeugen in der EU von 37,5 auf 29 Prozent. Auch in der Türkei ging der Anteil zurück – von 53,3 auf 46,7 Prozent. Die Entwicklung bei den alternativen Antrieben verläuft jedoch unterschiedlich.
E-Autos überholen Benziner in der EU
Nach Angaben des Verbands der europäischen Automobilhersteller (ACEA) wuchs der Pkw-Markt in der EU zwischen Januar und August um 5,3 Prozent. Insgesamt wurden 1,64 Millionen vollelektrische Fahrzeuge verkauft. Ihr Marktanteil stieg damit von 15,8 auf 21,7 Prozent.
Damit überholten Elektroautos erstmals innerhalb eines Achtmonatszeitraums die Benziner: Auch von ihnen wurden rund 1,64 Millionen Fahrzeuge verkauft, allerdings etwa 6.600 weniger als reine Elektroautos.
Der Anteil von Benzin- und Dieselfahrzeugen zusammen fiel in der EU innerhalb eines Jahres von 37,5 auf 29 Prozent. Ihre Verkäufe gingen um 18,6 Prozent zurück.
Hybride bleiben mit einem Marktanteil von 36,6 Prozent das größte Antriebssegment. Auch Plug-in-Hybride legten zu: Ihr Anteil stieg von 8,8 auf 10 Prozent.
Türkei setzt stärker auf Hybride
In der Türkei entwickelte sich der Markt anders. Nach Angaben des Verbands der Automobilvertriebs- und Mobilitätsunternehmen (ODMD) wurden in den ersten acht Monaten 2026 insgesamt 564.241 Pkw verkauft – 13,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Auch der Absatz reiner Elektroautos ging um 12 Prozent auf 105.255 Fahrzeuge zurück. Ihr Marktanteil stieg dennoch leicht von 18,3 auf 18,7 Prozent, weil der gesamte Pkw-Markt noch stärker schrumpfte.
Als einen Faktor für die schwächere Entwicklung bei Elektroautos nennt der Bericht die bislang nicht angepassten Steuergrenzen. Dadurch fiel die Zahl der Modelle, die vom vergünstigten ÖTV-Steuersatz von 25 Prozent profitieren können, geringer aus.
Hybride schließen zu Benzinern auf
Während Benziner in der Türkei an Marktanteilen verlieren, gewinnen Hybridmodelle deutlich. Der Anteil von Benzinfahrzeugen sank von 45,4 auf 40,8 Prozent, bei Diesel ging er von 7,9 auf 5,9 Prozent zurück.
Gleichzeitig stieg der Anteil der Hybride von 27,6 auf 33,1 Prozent. Damit schrumpfte der Absatzabstand zwischen Benzinern und Hybridfahrzeugen innerhalb eines Jahres von rund 117.000 auf etwa 43.000 Fahrzeuge.
Besonders stark legten Mild-Hybrid-Modelle zu. Ihr Marktanteil erhöhte sich innerhalb eines Jahres von 16,1 auf 25,7 Prozent.
Steigende Kosten und strengere Vorgaben
Der Rückgang bei Benzin- und Dieselfahrzeugen ist sowohl in Europa als auch in der Türkei unter anderem auf höhere Kraftstoffkosten zurückzuführen. In der EU kommen strengere CO₂-Vorgaben und mögliche Strafzahlungen für Hersteller hinzu.
Die Automobilhersteller richten ihre Modellstrategien deshalb zunehmend auf Elektro- und Hybridfahrzeuge aus. Mild-Hybrid-Technologien sollen dabei insbesondere den Kraftstoffverbrauch und den CO₂-Ausstoß reduzieren.
Die Veränderungen auf dem europäischen Automarkt wirken sich auch auf die Türkei aus. Die Modellstrategien internationaler Hersteller beeinflussen zunehmend, welche Fahrzeuge und Antriebstechnologien dort angeboten werden.