ISTANBUL – Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat ihre Wachstumsprognose für die türkische Wirtschaft im Jahr 2026 von 3,5 auf 4 Prozent angehoben. Für 2027 erwartet die Bank sogar 4,5 Prozent Wachstum. Die Aufwärtskorrektur begründet die EBRD mit dem Erfolg der makroökonomischen Stabilisierungspolitik der Türkei, die Wachstum unterstützt und zugleich die Inflation eindämmt.
Laut dem am 26. Februar veröffentlichten Regional Economic Prospects Report der EBRD beschleunigte sich das Wachstum in der Türkei von 3,3 Prozent 2024 auf geschätzte 3,7 Prozent 2025. Dies sei trotz Marktvolatilität und restriktiver Fiskal- und Geldpolitik in den meisten Sektoren besser als erwartet ausgefallen.
Starke private Konsumausgaben und Investitionen hätten den Rückgang der Nettoexporte ausgeglichen. Schwache landwirtschaftliche Ergebnisse wurden durch robustere Leistungen in anderen Produktionsbereichen kompensiert.
Die finanziellen Bedingungen stabilisierten sich in der zweiten Hälfte von 2025, und das Vertrauen der Investoren kehrte zurück, wie die EBRD an enger werdenden Credit-Default-Swap-Spreads und verbessertem Zugang zu internationalen Kapitalmärkten festmacht. Zudem stiegen die Brutto-Devisenreserven erstmals über 200 Milliarden US-Dollar.
Für die gesamte EBRD-Region wird ein durchschnittliches Wachstum von 3,4 Prozent 2025 erwartet, das auf 3,6 Prozent 2026 und 3,7 Prozent 2027 steigen soll. Trotz globaler Handelskonflikte und geopolitischer Unsicherheiten stütze die robuste Inlandsnachfrage zusammen mit schnellen Anpassungen in globalen Lieferketten die wirtschaftliche Aktivität.
Die EBRD ist seit 2009 einer der wichtigsten Investoren in der Türkei, mit mehr als 23 Milliarden Euro Engagements, überwiegend im privaten Sektor.