Die britische Billigfluggesellschaft EasyJet hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres einen deutlich höheren Verlust verbucht. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, stieg der Fehlbetrag nach Steuern in den sechs Monaten bis Ende März auf 377 Millionen Pfund (rund 506 Millionen Euro). Das entspricht einem Anstieg von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Als Hauptgrund für die Verschlechterung nennt die Airline den Krieg im Nahen Osten. Der Konflikt habe die Kerosinpreise in die Höhe getrieben und die Planungssicherheit verringert. EasyJet bezifferte die zusätzlichen Treibstoffkosten allein durch die Nahost-Krise auf 25 Millionen Pfund. Gleichzeitig habe der Konflikt zwischen den USA und dem Iran Reisepläne durcheinandergebracht.
Die Erlöse legten im Berichtszeitraum hingegen um zwölf Prozent auf knapp 3,95 Milliarden Pfund zu. Die Zahl der beförderten Passagiere stieg um sechs Prozent. Dennoch belasteten neben den hohen Treibstoffkosten auch gestiegene rechtliche Rückstellungen das Ergebnis. Hier schlugen 32 Millionen Pfund für eine Reihe von Altfällen zu Buche.
Mit Blick auf die Sommersaison zeigt sich das Management verhalten. „Die Buchungen für den Sommer liegen insgesamt hinter dem Niveau des Vorjahreszeitraums zurück“, erklärte das Unternehmen. Auch in der zweiten Geschäftshälfte werde der Nahost-Konflikt durch höhere Treibstoffkosten und eine kurzfristig unsichere Nachfrage spürbar bleiben. Unternehmenschef Kenton Jarvis betonte jedoch: „Trotz der kurzfristigen Unsicherheiten durch den Konflikt im Nahen Osten ist EasyJet gut aufgestellt, um das aktuelle Umfeld zu meistern.“