Digitale Transformation rückt ins Zentrum der türkischen Landwirtschaft

17.03.2026 – 6:35 Uhr

ANKARA – Das türkische Landwirtschafts- und Forstministerium hat die digitale Transformation in diesem Jahr zur strategischen Priorität für den Agrarsektor erklärt. Ziel ist es, moderne Technologien in allen Bereichen von Produktion, Viehzucht, Bewässerung und Pflanzenschutz zu integrieren.

Von autonomen Landmaschinen über präzise Bodenbearbeitung, Robotik und intelligente Bewässerungssysteme bis hin zu KI-gestützten Aquakulturlösungen, Gewächshausautomatisierung und vertikaler Landwirtschaft – die Initiative soll die gesamte Lebensmittelversorgungskette modernisieren.

Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie beschleunigt die Digitalisierung in Pflanzenproduktion, Viehzucht und Fischerei. Das Ministerium plant die Vorstellung der ersten digitalen Bodenkartierung der Türkei, die verlässliche Daten für Flächennutzung und Agrarstrategie liefert. Ergänzend dazu wird ein neues Forschungszentrum für KI und Agrartechnologien datenbasierte Entscheidungen fördern und die Landwirtschaft als innovationsgetriebenen High-Tech-Sektor etablieren. Ein nationaler KI-Strategieplan für die Landwirtschaft soll noch in diesem Jahr zeigen, wie traditionelle Praktiken mithilfe moderner Technologie optimiert werden können.

Forschung und Entwicklung in Agrartechnologien werden durch Kooperationen von Regierung, Universitäten, Forschungsinstituten und Privatsektor vorangetrieben. Satellitenüberwachung von Feldern, erneuerbare Energien, autonome Maschinen und fortschrittliche Bewässerungstechniken gehören zu den geförderten Projekten. Durch den Einsatz digitaler Technologien in Anbau, Ernte, Düngung, Lagerung und Pflanzenschutz sollen Effizienz und Produktivität deutlich steigen.

Die Generaldirektion für Agrarforschung und -politik (TAGEM) koordiniert das Programm, entwickelt Smart-Farming-Systeme mit heimischen Ressourcen und wertet nationale wie internationale Datenprojekte aus. Satellitenbilder, Sensordaten, Feldstudien und Versuchsergebnisse werden analysiert und in konkrete Handlungsempfehlungen für Produzenten und Entscheidungsträger umgesetzt.

Ziel ist es, Erträge in der Pflanzenproduktion zu steigern, Ressourcen in der Tierhaltung effizient zu nutzen und Umweltbelastungen in der Aquakultur zu minimieren. Gleichzeitig werden Boden, Wasser und biologische Ressourcen geschützt und Landwirte besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet. Langfristig soll das Programm die Ernährungssicherheit stärken und natürliche Ressourcen nachhaltig für kommende Generationen sichern.