Digitale Einkaufswelle rollt weiter: Türkischer E-Commerce bleibt Wachstumsmotor

04.02.2026 – 6:35 Uhr

Der Onlinehandel in der Türkei setzt seinen Wachstumskurs fort und entwickelt sich zunehmend zu einem tragenden Pfeiler der digitalen Wirtschaft. Im Jahr 2025 überschritt das Transaktionsvolumen des Sektors erstmals die Marke von fünf Billionen Türkischen Lira, was umgerechnet rund 115 Milliarden US-Dollar entspricht.

Hakan Çevikoğlu, der Präsident des Verbands der E-Commerce-Betreiber (ETİD), führt diese Entwicklung vor allem auf strukturelle Veränderungen im Kaufverhalten und technologische Fortschritte zurück. Insbesondere der Siegeszug des mobilen Einkaufens, die breite Etablierung von Schnellliefermodellen sowie der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz zur personalisierten Kundenansprache haben das Wachstum beschleunigt. Auch Investitionen in die Logistikinfrastruktur haben ihre Wirkung gezeigt.

Diese Faktoren dürften nach Einschätzung des Branchenverbands auch im Jahr 2026 für eine stabile und ausgewogene Entwicklung sorgen. Der Onlinehandel hat sich damit dauerhaft als einer der wichtigsten Wachstumstreiber der türkischen Digitalwirtschaft etabliert.

Bereits im Jahr 2024 verzeichnete der Markt einen deutlichen Zuwachs. Das Handelsvolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 61,7 Prozent und übertraf erstmals die Schwelle von drei Billionen Lira. Damit sei eine belastbare Grundlage für die weitere Expansion im Folgejahr geschaffen worden, so Çevikoğlu.

Besonders dynamisch entwickelte sich der E-Commerce im Einzelhandel mit einem Plus von 63,7 Prozent. Über einen Zeitraum von fünf Jahren lag die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei mehr als 85 Prozent. Als zentralen Treiber dieser Entwicklung nannte der Branchenvertreter das sich wandelnde Konsumverhalten, das den Onlinehandel weiter begünstige.

Zugleich zeigen aktuelle Daten des Handelsministeriums, dass mit dem Wachstum auch Herausforderungen einhergehen. Die höchsten Storno- und Rücksendequoten wurden demnach im Jahr 2024 im Segment Bekleidung, Schuhe und Accessoires registriert. Es folgten unter anderem Flugreisen, Beherbergungsangebote, Produkte aus den Bereichen Sport und Outdoor sowie Elektronik und Haushaltsgeräte.