Der türkischen Lira gelingt es nicht, sich aus ihrem Abwärtstrend zu lösen. Obwohl die US-Währung auf den internationalen Devisenmärkten spürbar an Wert verliert und die türkische Zentralbank mit massiven Reservenverkäufen gegensteuert, erreichen die Wechselkurse im Inland einen historischen Höchststand nach dem anderen.
Am Mittwoch kletterte der Dollar im innertürkischen Handel auf die neue Rekordmarke von 47,58 Lira. Damit setzt sich die Aufwärtsdynamik des Greenbacks ungeachtet der globalen Abschwächung fort. Der Dollar-Index, der die US-Währung im Verhältnis zu einem Korb anderer Leitwährungen misst, fiel zuletzt um über ein Prozent auf 99,786 Punkte – ein deutliches Zeichen für die internationale Dollarschwäche.
Hinter dem weltweit nachlassenden Druck auf den Devisenmärkten stehen vor allem geopolitische Signale der Entspannung. So haben die laufenden Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran sowie moderierende Töne aus Teheran die Ölpreise sinken lassen, was wiederum die Inflationserwartungen dämpft. Gleichzeitig richten sich die Blicke der Anleger gespannt auf die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed sowie auf die noch in dieser Woche erwarteten US-Arbeitsmarktdaten.
Der Euro nähert sich der 55-Lira-Marke.
Von der ungebrochenen Nachfrage nach Hartwährungen profitierte auch die europäische Gemeinschaftswährung. Gestützt durch die globale Dollar-Schwäche stieg der Euro im türkischen Handel auf 54,94 Lira und nähert sich damit bedrohlich der psychologisch wichtigen Marke von 55 Lira. Auch das britische Pfund verzeichnete deutliche Kursgewinne und notierte bei 64,08 Lira.
Während die türkische Zentralbank versucht, den Kursverfall durch Interventionen am Devisenmarkt zu bremsen, zeigt der Trend weiterhin steil nach oben. Die anhaltende Lira-Abwertung trotz der weltweit nachlassenden Dollarstärke deutet auf tiefgreifende strukturelle Probleme im inneren Währungsgefüge hin.