Zum Jahresauftakt haben ausländische Unternehmen und Privatpersonen wieder verstärkt Kapital in der Türkei angelegt. Wie der Verband der internationalen Investoren (YASED) am Donnerstag mitteilte, beliefen sich die gesamten Direktinvestitionen aus dem Ausland im Januar 2026 auf 716 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 660 Millionen Euro).
Den größten Posten innerhalb dieser Summe machten dabei die sogenannten Beteiligungsinvestitionen aus. In diesem Bereich flossen 390 Millionen Dollar in türkische Unternehmen. Hinzu kamen Einnahmen in Höhe von 163 Millionen Dollar durch Immobilienverkäufe an Ausländer. Des Weiteren steuerten Auslandskredite und andere Fremdkapitalinstrumente 417 Millionen Dollar bei. Rechnet man Desinvestitionen – also den Rückzug von Kapital – in Höhe von 254 Millionen Dollar heraus, ergibt sich der genannte Nettowert von 716 Millionen Dollar.
Damit setzt sich der langfristige Aufwärtstrend fort. Seit dem Jahr 2003 haben ausländische Investoren den Angaben zufolge insgesamt über 289 Milliarden Dollar in der Türkei investiert.
Dienstleistungssektor gefragt – EU-Länder dominieren
Bei der Aufschlüsselung der Herkunftsländer zeigt sich ein klares Bild: Investoren aus der Europäischen Union stellten mit einem Anteil von 77 Prozent die mit Abstand größte Gruppe. Dieser Wert liegt deutlich über dem historischen Durchschnitt von 59 Prozent für den Zeitraum von 2003 bis 2025.
Ganz vorne rangierte dabei Deutschland. Mit einem Anteil von 37 Prozent an allen Beteiligungsinvestitionen im Januar sicherten sich deutsche Unternehmen und Privatpersonen die Spitzenposition. Auf den weiteren Plätzen folgten die Niederlande mit 24 Prozent, die Vereinigten Arabischen Emirate mit acht Prozent, Schweden mit fünf Prozent und Spanien mit vier Prozent.
Im Januar war der Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen besonders gefragt. In dieses Segment flossen 126 Millionen Dollar, was einem Anteil von 32 Prozent an den gesamten Beteiligungsinvestitionen entspricht. Auch der Groß- und Einzelhandel verzeichnete mit 22 Prozent einen deutlichen Kapitalzufluss. Dahinter folgten Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit neun Prozent.