COP31 in Antalya: Türkei legt globale Ziele für Strom und Müll vor

23.09.2026 – 6:35 Uhr

Die türkische Regierung hat am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York die Aktionsagenda für die im November in Antalya geplante Weltklimakonferenz COP31 vorgestellt. Umwelt-, Stadtentwicklungs- und Klimaminister Murat Kurum, der als designierter Präsident der Konferenz fungiert, präsentierte zehn Schwerpunktbereiche, sechs globale Ziele, elf Initiativen und 13 flankierende Maßnahmen.

Zu den zentralen Vorhaben gehört demnach, den Anteil der Elektrizität am weltweiten Endenergieverbrauch bis 2035 auf 35 Prozent zu steigern. Zudem soll das prognostizierte Wachstum der Siedlungsabfälle bis zu diesem Jahr halbiert und die globale Kreislaufnutzungsquote von Materialien auf mindestens 15 Prozent erhöht werden.

Kurum erklärte, die Agenda solle bestehende Klimaverpflichtungen in messbare und praktische Ergebnisse überführen. Sie sei in Konsultationen mit Regierungen, internationalen Organisationen, Finanzinstitutionen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft entwickelt worden und folge den Prinzipien Dialog, Konsens und Handeln.

Der Minister nannte den eingeschränkten Zugang zu Finanzmitteln, fehlende Kapazitäten sowie die Notwendigkeit, Technologie und Investitionen stärker mit lokalen Bedürfnissen zu verknüpfen, als Hindernisse bei der Umsetzung. Die von der Präsidentschaft ins Leben gerufene „Climate Implementation Bridge” soll Länder dabei unterstützen, Klimapläne in investierbare Projekte zu überführen. Dabei arbeitet die Türkei unter anderem mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), der OECD und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zusammen.

In einem späteren Interview mit dem Sender CNN Türk sagte Kurum, die Türkei wolle im Rahmen ihrer COP31-Präsidentschaft auch praktische Erfahrungen teilen, darunter den Wiederaufbau in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten. Zudem soll das Ergebnis des von First Lady Emine Erdoğan geleiteten Zero-Waste-Projekts vorgestellt werden. Kurum betonte, Klimaschutz sei als Chance für eine wirtschaftliche und industrielle Transformation zu verstehen.