Commerzbank-Analyse: Türkische Lira noch weit von ihrem fairen Wert entfernt

26.10.2026 – 6:35 Uhr

Trotz der beschleunigten Kursverluste in den vergangenen Monaten hat die türkische Lira nach Einschätzung der Commerzbank noch keinen fairen Wert erreicht. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse des Instituts hervor. Demnach reicht das derzeitige Tempo der nominalen Abwertung nicht aus, um die reale Aufwertung der Währung auszugleichen oder den Wechselkurs in Richtung seines fairen Niveaus zu bewegen.

Commerzbank-Ökonom Tatha Ghose schreibt in seinem Bericht, die annualisierte nominale Abwertung der Lira liege zuletzt bei rund 20 Prozent. Dieses Tempo sei „nicht schnell genug, um den realen Wertzuwachs zu beseitigen oder den Wechselkurs zwingend in Richtung des fairen Werts zu bewegen”. Zwar habe er in den vergangenen Tagen und Wochen keine auffällige Beschleunigung des Abwertungstempos festgestellt. Die türkische Lira befinde sich jedoch „in jedem Fall auf einem stabilen und schnellen Abwertungspfad”.

Ghose verweist zugleich auf die anhaltend hohe Inflation in der Türkei, die sich derzeit in einer Bandbreite von 30 bis 35 Prozent bewegt. Vor diesem Hintergrund bedeutet eine annualisierte Abwertungsrate von 20 Prozent, dass der reale Wechselkurs in der Türkei weiter an Wert gewinnt. Eine Entspannung an der Währungsfront ist damit vorerst nicht in Sicht, das Risiko weiterer Kursverluste bleibt bestehen.