Chinesische Hersteller auf dem Sprung – was der türkische Automarkt jetzt erwartet

13.01.2026 – 6:35 Uhr

Die türkische Automobilindustrie stellt sich auf ein bewegtes Jahr 2026 ein. Zwar rechnen Branchenkenner nach einem historischen Rekordjahr bei den Verkäufen nicht mit einem weiteren Höchststand, sie erwarten jedoch spürbare Impulse durch neue Modellanläufe und mögliche Investitionsentscheidungen internationaler Hersteller.

Der Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erreichte im Jahr 2025 mit rund 1,37 Millionen verkauften Einheiten einen neuen Höchststand. Das entsprach einem Zuwachs von gut zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Parallel dazu beliefen sich die Exporte der Branche auf 41,5 Milliarden US-Dollar. In den kommenden Monaten erwarten Beobachter weniger den Fokus auf Absatzrekorden als auf strukturellen Veränderungen in Produktion und Investitionen.

Mehrere etablierte Hersteller bereiten den Start neuer Modelle vor. So hat Renault in seinem Werk von Oyak Renault bereits mit der Vorserienfertigung der nächsten Generation des Clio begonnen. Der Verkaufsstart ist für Februar geplant. Im weiteren Jahresverlauf soll zudem ein neues SUV-Modell namens Boreal in Produktion gehen, womit der Konzern sein Angebot in der Türkei erweitert.

Auch Tofaş plant die Rückkehr eines bekannten Modells. Ab dem dritten Quartal soll der Doblo erneut vom Band laufen, nachdem das Modell in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren hat. Vorgesehen sind sowohl leichte Nutzfahrzeug- als auch Pkw-Varianten, die im Rahmen des Stellantis-Programms K01 für mehrere Marken gefertigt werden sollen.

Im Werk İzmit bereitet Hyundai derweil die Einführung eines neuen Elektrofahrzeugs vor. Der Ioniq 3, der sich derzeit noch in der Testphase befindet, soll in der zweiten Jahreshälfte in Serie gehen und die Präsenz des Herstellers im wachsenden Segment der Elektromobilität stärken.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den möglichen Investitionen chinesischer Automobilhersteller. Das geplante Werk von BYD in der westtürkischen Provinz Manisa steht schon seit Längerem im Fokus und könnte 2026 konkrete Fortschritte verzeichnen. Auch die Marken MG und Chery, die bereits nennenswerte Marktanteile in der Türkei halten, prüfen Branchenkreisen zufolge weitere Schritte. Mit Dongfeng hat zudem ein weiterer chinesischer Hersteller Interesse an einer lokalen Produktion signalisiert.

Vor diesem Hintergrund gilt das Jahr 2026 als ein Jahr mit Signalwirkung für die türkische Automobilindustrie. Neue Fahrzeuge auf den Produktionslinien und offene Investitionsentscheidungen könnten die Wettbewerbslandschaft nachhaltig verändern.