Der britische Reisemarkt wächst, doch die Türkei ist die einzige große Mittelmeer-Destination, die deutlich zurückfällt. Laut einer aktuellen Analyse von Tourism Databank, die auf Daten der britischen Zivilluftfahrtbehörde (CAA) basiert, verzeichnete die Türkei im ersten Halbjahr 2026 einen Rückgang britischer Passagiere um 8,5 Prozent. Konkurrenten wie Spanien, Italien und Griechenland legten dagegen teils kräftig zu.
Insgesamt wuchs der britische Auslandsreiseverkehr von Januar bis Juni 2026 demnach um 0,3 Prozent auf 120,6 Millionen Passagiere. Spanien baute mit einem Plus von 5,1 Prozent auf 22,26 Millionen Fluggäste seine Spitzenposition aus, Italien steigerte die Zahl britischer Ankünfte um 8,0 Prozent auf 8,02 Millionen. Auch Portugal (+4,4 %) und Griechenland (+6,1 %) gewannen hinzu. Einzig die Türkei musste im selben Zeitraum einen deutlichen Rückgang auf 4,19 Millionen Passagiere hinnehmen.
Einbruch an der Türkischen Riviera
Besonders hart trifft der Schwund die klassischen Urlaubsregionen. So verlor Bodrum im Jahresvergleich 19,6 Prozent und fiel auf 137.000 britische Passagiere zurück. Dalaman büßte 17,4 Prozent ein (618.000) und Antalya verzeichnete ein Minus von 13,2 Prozent (1,21 Millionen). Auch Izmir meldete mit einem Rückgang von 11,8 Prozent nur noch 165.000 britische Fluggäste. Istanbul blieb mit 1,3 Millionen Passagieren zwar das volumenstärkste Ziel, verlor aber 6 Prozent. Einziger Lichtblick: Der Flughafen Sabiha Gökçen verzeichnete ein Wachstum von 8,5 Prozent auf 693.000 Passagiere.
Branche sieht kein Nachfrage-, sondern ein Wettbewerbsproblem
Die Zahlen deuten darauf hin, dass britische Urlauber zwar nicht auf Reisen verzichten, ihre Reiseziele jedoch neu wählen. Während Spanien, Italien und Griechenland auf dem britischen Markt wachsen, verliert die Türkei spürbar an Boden. Branchenvertreter werten diese Entwicklung jedoch nicht als Ausdruck mangelnder Nachfrage, sondern als Folge verschärfter Konkurrenz. Demnach stehen das Preisniveau, die Kostenentwicklung und die Positionierung im britischen Markt auf dem Prüfstand.
Der Einbruch im ersten Halbjahr gilt in der türkischen Tourismuswirtschaft als deutliches Warnsignal. Ohne schnelle Anpassungen der Preisstrategie und des Marketings droht der Türkei, im wichtigsten europäischen Quellmarkt weiter Marktanteile an die Konkurrenz am Mittelmeer zu verlieren.