Brisanter Exporteinbruch: Türkische Lieferungen an Golfstaaten um über ein Drittel eingebrochen

02.04.2026 – 6:35 Uhr

Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten hinterlassen deutliche Spuren in der türkischen Exportwirtschaft. So sind die Lieferungen in die Golfregion zuletzt massiv zurückgegangen, während die Importe durch steigende Energiepreise weiter anziehen.

Laut Handelsminister Ömer Bolat sanken die türkischen Ausfuhren in die Golfstaaten im Zeitraum vom 1. bis zum 29. März im Jahresvergleich um 36,5 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Einfuhren aus der Region stiegen im gleichen Zeitraum dagegen um drei Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar. Bolat führt diese Entwicklung unter anderem auf die gestiegenen Energiepreise zurück.

Als Hauptgründe für den Exportrückgang nannte der Minister die Vereinigten Arabischen Emirate, den Irak, den Iran und Saudi-Arabien. Im vergangenen Jahr hatten die Ausfuhren in die Golfstaaten noch bei knapp 31 Milliarden Dollar gelegen, die Importe beliefen sich auf 25,5 Milliarden Dollar.

Um die Handelswege angesichts der Schließung der Straße von Hormus zu sichern, wurde laut Bolat mit der saudischen Regierung eine Vereinbarung über 15-tägige Transitvisa für Lkw-Fahrer erzielt. Dadurch sei es möglich, alle Golfstaaten binnen drei bis vier Tagen zu erreichen, was insbesondere beim Import von Düngemitteln aus Katar von Vorteil sei.

Ein neues Transitabkommen mit Syrien ergänzt diese Bemühungen. „Unsere von der Türkei aus startenden Lkws können Syrien, Jordanien, Saudi-Arabien und alle anderen Golfstaaten in kurzer Zeit erreichen“, sagte der Minister. Nach Kriegsende werde die Türkei in der Region die Rolle des verlässlichsten Partners für Liefer- und Logistiksicherheit übernehmen.

Warnsignale kommen unterdessen aus der Exporteursvereinigung TİM. Sollte der Preis für Brent-Öl auf dem Niveau von 100 Dollar verharren, könnte das Handelsbilanzdefizit der Türkei auf 134 Milliarden Dollar steigen. Bei anhaltendem Konflikt droht ein jährlicher Exportverlust von bis zu fünf Milliarden Dollar allein in den Golfraum, hieß es in einem Bericht des Verbandes. Zudem warnte die TİM vor wachsenden wirtschaftlichen Belastungen, sollten sich die regionalen Konflikte über mehrere Wochen hinweg verschärfen und die Devisenliquidität der Zentralbank zur Stützung der Lira zunehmend infrage gestellt werden.