Türkische Unternehmen haben im vergangenen Jahr ihre Präsenz im Ausland deutlich ausgebaut und dabei einen Umsatzrekord erzielt. Wie das türkische Statistikinstitut TÜİK am Mittwoch mitteilte, stieg die Zahl der Auslandsniederlassungen türkischer Muttergesellschaften im Jahr 2024 auf 2.706. Dies entspricht einem Zuwachs von mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2.567).
Noch deutlicher fiel das Umsatzplus aus. Die im Ausland ansässigen Tochtergesellschaften erwirtschafteten 2024 einen Gesamtumsatz von umgerechnet rund 89,8 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2023 hatte dieser Wert noch bei 84,6 Milliarden Dollar gelegen. Mit 35 Milliarden Dollar trug die Industrie dabei am stärksten zum Gesamtergebnis bei, dicht gefolgt vom Handel mit 33,2 Milliarden Dollar.
Europa bleibt mit Abstand wichtigster Markt
Die geografische Ausrichtung der türkischen Investitionen ist klar erkennbar: Europa ist der bevorzugte Wirtschaftsraum. Auf die EU-Staaten und die EFTA-Länder entfielen im Jahr 2024 fast 40 Prozent aller Auslandsgesellschaften und 37 Prozent des Umsatzes. In der Kategorie „Übriges Europa” (inklusive Russland und Großbritannien) waren weitere 19 Prozent der Firmen angesiedelt, die sogar knapp 24 Prozent zum Umsatz beisteuerten. Asiatische Länder außerhalb der Türkei folgten mit einem Anteil von gut 13 Prozent an Firmen und Umsatz auf Rang drei.
Großbritannien vor Rumänien und Russland
Betrachtet man einzelne Länder, zeigt sich ein differenziertes Bild: Die meisten türkischen Firmen gibt es in Deutschland. 254 Niederlassungen erzielten dort einen Umsatz von 4,1 Milliarden Dollar. Der umsatzstärkste Standort war jedoch das Vereinigte Königreich. 143 türkische Tochtergesellschaften setzten dort insgesamt 9,2 Milliarden Dollar um. Auf Platz zwei folgte Rumänien, wo 96 Firmen auf einen Umsatz von 6,9 Milliarden Dollar kamen. Russland belegte mit 135 Niederlassungen und einem Umsatz von 6,5 Milliarden Dollar den dritten Platz.