Im vergangenen Jahr hat Boeing bei den Neubestellungen für Verkehrsflugzeuge wieder die Führung übernommen. Der US-amerikanische Flugzeughersteller verbuchte Aufträge über insgesamt 1.173 Maschinen und lag damit erstmals seit 2018 wieder vor dem europäischen Konkurrenten Airbus.
Allein im Dezember sicherte sich Boeing 175 neue Bestellungen. Airbus hatte am 12. Januar mitgeteilt, im Gesamtjahr auf 889 Netto-Bestellungen zu kommen. Damit fiel das Bestellvolumen des europäischen Herstellers deutlich geringer aus als das des US-amerikanischen Rivalen.
Trotz dieses Erfolgs bleibt Boeing bei den Auslieferungen und dem Auftragsbestand weiter im Hintertreffen. Das Unternehmen lieferte im gesamten Jahr 600 Flugzeuge aus, davon 63 im Dezember. Zwar war dies der höchste Wert seit 2018 und eine deutliche Steigerung gegenüber dem von Streiks belasteten Vorjahr, dennoch lag Boeing mit diesem Wert klar hinter Airbus, der 793 Maschinen auslieferte.
Airbus profitiert weiterhin von seiner starken Position, die das Unternehmen in den Jahren nach den beiden Abstürzen von Boeing-737-MAX-Flugzeugen in den Jahren 2018 und 2019 ausgebaut hat. Diese Unglücke hatten Boeing schwer belastet und zu Produktions- und Auslieferungsproblemen geführt.
Beim Auftragsbestand zeigt sich dieser Abstand weiterhin deutlich: Airbus wies zum Jahresende einen Auftragsüberhang von 8 754 Flugzeugen aus. Boeing kommt auf 6.720 offene Bestellungen, die sich nach einer Anpassung gemäß US-Bilanzierungsregeln auf einen bereinigten Auftragsbestand von 6.130 reduzieren.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt Boeing Mitte Januar durch einen Großauftrag von Delta Air Lines. Die US-Fluggesellschaft bestellte 30 Langstreckenjets des Typs 787 Dreamliner und sicherte sich Optionen für weitere 30 Maschinen.
Laut Morningstar-Analyst Nicolas Owens ist das Ergebnis bei den Neubestellungen ein positives Signal für Boeing. Entscheidend sei jedoch der Blick auf den gesamten Auftragsbestand. Dieser sei ein verlässlicherer Maßstab für die tatsächliche Wettbewerbsposition der Hersteller.