Im Februar erwies sich der türkische Informations- und Kommunikationstechnologiesektor (IKT) als größter Magnet für ausländisches Beteiligungskapital. Wie der Internationale Investorenverband YASED mitteilte, zog die Branche im vergangenen Monat 65 Millionen US-Dollar an Eigenkapitalinvestitionen an und sicherte sich damit einen Anteil von 18 Prozent an den gesamten monatlichen Zuflüssen.
Insgesamt summierte sich das in der Türkei angelegte Beteiligungskapital im Februar auf 370 Millionen US-Dollar. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit einem Anteil von 17 Prozent sowie der Groß- und Einzelhandel mit 14 Prozent.
In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 führten hingegen der Groß- und Einzelhandel mit 146 Millionen Dollar und die Elektronikfertigung mit 143 Millionen Dollar die Branchenstatistik an. Die gesamten ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in die Türkei beliefen sich in den ersten beiden Monaten des Jahres laut YASED auf 1,5 Milliarden US-Dollar.
Herkunft der Gelder: Deutschland unter den Top-Investoren
Mit Blick auf die Herkunftsländer zeigte sich im Februar ein gemischtes Bild: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hielten mit 18 Prozent den größten monatlichen Anteil am Kapitalzufluss, dicht gefolgt von Singapur und den USA mit jeweils 15 Prozent. Deutschland rangierte mit einem Anteil von 14 Prozent auf Platz vier vor Spanien mit neun Prozent.
In absoluten Zahlen gemessen führte Deutschland im Betrachtungszeitraum Januar bis Februar jedoch die Liste der Investoren an. Deutsche Unternehmen und Fonds steuerten in den ersten beiden Monaten des Jahres 198 Millionen Dollar bei. Auf den weiteren Plätzen folgten die Niederlande mit 118 Millionen und die Vereinigten Arabischen Emirate mit 95 Millionen Dollar.
Die Investitionsdynamik der EU-Staaten zeigt sich dabei im langfristigen Vergleich rückläufig. So lag der Anteil der Europäischen Union an den gesamten FDI-Zuflüssen im Zeitraum von 2003 bis 2025 noch bei 59 Prozent, im Februar 2026 waren es lediglich 35 Prozent.
Langfristiger Trend
Seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2003 hat die Türkei nach Verbandsangaben insgesamt mehr als 289 Milliarden US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen verbucht. Davon entfielen rund 203 Milliarden Dollar auf reine Eigenkapitalzuflüsse. Allein im Februar 2026 registrierte das Land FDI-Zuflüsse in Höhe von 780 Millionen Dollar.