Griechenland verlängert das umstrittene, aber stark nachgefragte Schnellvisum-Programm für türkische Staatsangehörige. Wie das Außenministerium in Athen mitteilte, wurde die Sonderregelung für zwölf Ägäis-Inseln bereits zum zweiten Mal um ein Jahr verlängert. Hintergrund ist der anhaltende Besucheransturm aus der benachbarten Türkei.
Das in Abstimmung mit der EU-Kommission entwickelte Programm ermöglicht türkischen Urlaubern und ihren Familien eine vereinfachte Einreise. Dabei entfällt eine vollständige Schengen-Visumspflicht – allerdings gilt die Erleichterung nur für die Inseln, nicht für das gesamte Schengen-Gebiet.
Das Verfahren wurde im April 2024 auf Basis eines bilateralen Abkommens vom Dezember 2023 eingeführt und ursprünglich nur für wenige Inseln angeboten. Später wurde das Angebot auf zunächst zehn und inzwischen auf zwölf Inseln ausgeweitet. Dazu zählen unter anderem Kos, Lesbos, Rhodos, Samos, Chios und Leros.
Bereits im März des vergangenen Jahres war die Regelung erstmals verlängert worden – nach Angaben griechischer Behörden wegen ihrer Beliebtheit bei türkischen Reisenden und ihrer positiven Wirkung auf den regionalen Tourismus.
Laut Zahlen des türkischen Verkehrsministeriums reisten im vergangenen Jahr insgesamt rund 1,1 Millionen Passagiere von der Türkei auf die griechischen Inseln. Ein Großteil dieser Bewegungen wird auf das vereinfachte Visum-on-Arrival-Verfahren zurückgeführt. Zu den gefragtesten Zielen zählten demnach Kos, Chios, Rhodos und Lesbos.
Die griechische Außenamtssprecherin Lana Zohiu bestätigte, dass das Angebot angesichts des anhaltenden Interesses fortgeführt wird. Diese Entscheidung stehe im Einklang mit den Abstimmungen innerhalb der Europäischen Union.