Antalya setzt künftig auf Qualität statt Quantität im Tourismus

16.02.2026 – 19:00 Uhr

Die türkische Riviera möchte im Tourismus künftig weniger auf neue Besucherrekorde setzen, sondern vielmehr die Einnahmen pro Gast steigern. Branchenvertreter sehen in dieser Strategieänderung den Schlüssel, um langfristig mit etablierten Mittelmeer-Destinationen wie Spanien und Frankreich gleichzuziehen.

Nach Jahren des Wachstums bei den Ankunftszahlen zeichnet sich in Antalya ein Paradigmenwechsel ab. Wie Kaan Kaşif Kavaloğlu, der Vorsitzende der Vereinigung der Mittelmeer-Touristikhoteliers und -betreiber (AKTOB), mitteilte, hat die Stadt mit rund 17 Millionen Touristen pro Jahr ein hohes Besucherniveau erreicht. Die Branche fokussiere sich nun darauf, diese Zahl zu halten und gleichzeitig die Einnahmen pro Kopf zu steigern.

Lange Zeit habe der Tourismussektor mit Pauschalpreismodellen kalkuliert, so Kavaloğlu. Inzwischen habe sich die Branchenkennzahl jedoch grundlegend geändert: Maßgeblich sei nun der Übernachtungsumsatz pro Person. „Wir begannen mit Übernachtungsumsätzen im Bereich von 80 Dollar, und heute nähern wir uns der Marke von 110 Dollar”, so Kavaloğlu. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Antalya innerhalb der nächsten fünf Jahre das Niveau von Frankreich und Spanien erreichen könne, wo die durchschnittlichen Übernachtungsumsätze derzeit bei etwa 125 Dollar liegen.

Ein wesentlicher Hebel zur Steigerung der Erlöse ist die Aufwertung des touristischen Gesamterlebnisses. Kavaloğlu betonte in diesem Zusammenhang die wachsende Bedeutung der Gastronomie, die nicht mehr nur als reine Dienstleistung, sondern als integraler Bestandteil des Urlaubserlebnisses wahrgenommen wird. Die Förderung solcher Erlebnisangebote ist entscheidend, um die Übernachtungsumsätze zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit Antalyas auf dem globalen Tourismusmarkt zu sichern.