Die Türkische Riviera festigt ihren Ruf als Vorreiterin in Sachen umweltfreundlicher Tourismus. Mit 73 von landesweit 167 zertifizierten Betrieben steht die Provinz Antalya an der Spitze der Türkei-Rangliste des internationalen Umweltgütesiegels „Grüner Schlüssel” (Green Key). Dies gab die Türkische Umweltbildungsstiftung (TÜRÇEV) bekannt.
Während die Frist für Bewerbungen zum Programm 2026 ausläuft, zog der TÜRÇEV-Landeskoordinator für Antalya, Mustafa Ergiydiren, eine positive Zwischenbilanz. „Unser kurzfristiges Ziel ist es, unter die ersten zehn Länder der weltweiten Rangliste vorzustoßen und den umweltbewussten Tourismus in der Türkei weiter zu stärken”, so Ergiydiren.
150 Kriterien für das begehrte Zertifikat
Der „Grüne Schlüssel” ist ein Zertifikat der 1994 in Dänemark ins Leben gerufenen Foundation for Environmental Education (FEE). Ausgezeichnet werden Hotels, Campingplätze, Restaurants und Freizeiteinrichtungen, die sich in besonderem Maße für Nachhaltigkeit einsetzen. Die Richtlinien umfassen rund 150 Einzelkriterien, die von Wasser- und Energieeinsparung über Abfallmanagement bis hin zur Umweltbildung von Gästen und Personal reichen.
Die Türkei ist erst seit 2011 Teil des Programms, konnte die Zahl der zertifizierten Betriebe bis 2025 jedoch auf 167 steigern. Weltweit tragen mittlerweile über 8.000 Einrichtungen in mehr als 60 Ländern das begehrte Label.
Länder wie Frankreich, Deutschland, die Niederlande oder Griechenland, die bereits in den 1990er Jahren mit dem Programm begannen, liegen derzeit noch vor der Türkei. „Wir haben Nachholbedarf, aber die Entwicklung ist vielversprechend”, kommentierte Ergiydiren den Aufholprozess.
Vom Wasserverbrauch bis zum Lokalkauf
Die Zertifizierung verlangt von den teilnehmenden Unternehmen eine lückenlose Dokumentation ihres Ressourcenverbrauchs. „Die Betriebe müssen ihren Wasser- und Stromverbrauch monatlich erfassen“, erklärte Ergiydiren. „So können Leckagen oder ineffiziente Geräte schnell identifiziert und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.“ Neben technischen Aspekten wird auch Wert auf regionale Wertschöpfung gelegt: So wird der Einkauf von Lebensmitteln bei lokalen Erzeugern explizit gefördert.
Entscheidung über 2026er-Preisträger im Mai
Die Bewerbungsphase für die „Grüner Schlüssel“-Auszeichnung des Jahres 2026 neigt sich dem Ende zu. In den kommenden Wochen stehen Vor-Ort-Kontrollen in den Bewerberbetrieben an. Anfang März wird eine nationale Jury voraussichtlich über die Vergabe entscheiden. Die feierliche Bekanntgabe der neuen Preisträger ist für Mai 2026 geplant. Geprüft werden dabei nicht nur die Hotelzimmer, sondern auch die Küchen, die Abfallwirtschaftskonzepte und die verwendeten Reinigungsmittel.