Während Kriege die globale Sicherheitsarchitektur erschüttern und multilaterale Strukturen unter Druck geraten, wird ab diesem Donnerstag an der türkischen Riviera über die Neuordnung der Welt beraten. Die fünfte Ausgabe des Antalya Diplomacy Forums (ADF) beginnt am 17. April und steht unter dem programmatischen Titel „Die Zukunft kartieren, Unsicherheiten steuern“. Bis zum 19. April werden in dem Küstenort mehr als 20 Staats- und Regierungschefs sowie über 40 Außenminister erwartet.
Das hochrangig besetzte Treffen wird durch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sowie Außenminister Hakan Fidan eröffnet. Laut Angaben der Veranstalter nehmen Vertreter aus rund 150 Staaten teil, darunter zahlreiche Spitzenpolitiker aus Konfliktregionen. Auf der Gästeliste stehen unter anderem Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev, Pakistans Premierminister Nawaz Sharif, Syriens neuer Präsident Ahmad al-Shara, Somalias Staatschef Hassan Sheikh Mohamud, die moldauische Präsidentin Maia Sandu sowie der kasachische Präsident Kassym-Jomart Tokajew.
Das Forum versteht sich in diesem Jahr als Reaktion auf eine „zunehmende Unberechenbarkeit“ der Weltlage. In einer vorab veröffentlichten Stellungnahme verweist die Organisationsleitung auf geopolitische Spannungen, sich verschiebende Machtverhältnisse und wachsende Handelsbarrieren als zentrale Herausforderungen. Ziel sei es, aufkommende Risiken frühzeitig zu identifizieren und Strategien in konkretes Handeln zu überführen.
Neben dem öffentlichen Podiumsprogramm mit mehr als 40 Fachpanels, an denen internationale Experten und Thinktanks beteiligt sind, dient der Kongress vor allem als Kulisse für bilaterale Spitzentreffen. Außenminister Fidan wird demzufolge Gespräche mit zahlreichen Amtskollegen führen. Parallel dazu sind mehrere Formate mit spezifischem regionalen Fokus angesetzt. Hierzu zählen ein Achtertreffen zur Lage in Gaza, das dritte Außenministertreffen der Balkan-Friedensplattform und eine informelle Zusammenkunft des Rates der Außenminister der Organisation der Turkstaaten. Auch eine Vierer-Runde mit Vertretern der Türkei, Pakistans, Saudi-Arabiens und Ägyptens ist vorgesehen.
Das Antalya Diplomacy Forum hat sich seit seiner Gründung als Plattform etabliert, die westliche und nicht-westliche Akteure an einen Tisch bringt. Angesichts der Teilnahme der politischen Führung Syriens sowie hochrangiger Vertreter afrikanischer Staaten und des Kaukasus wird in diesem Jahr insbesondere die Suche nach neuen regionalen Stabilitätsankern im Fokus der Beratungen stehen.