Antalya, die neue Blumenmetropole? Türkische Schnittblumen erobern Europa und knacken Umsatzrekorde

13.02.2026 – 9:00 Uhr

Die türkische Schnittblumen- und Zierpflanzenbranche hat im vergangenen Jahr einen historischen Exportrekord erzielt. Laut dem Mittelanatolischen Exportverband für Zierpflanzen und -erzeugnisse (OAİB) wurden Waren im Wert von 160 Millionen US-Dollar ausgeführt. Dies sei der höchste Wert in der Geschichte des Verbands, teilte OAİB-Präsident İsmail Yılmaz mit. Das Volumen entspricht etwa 800 Millionen Blütenstielen.

Für das Jahr 2026 peilt die Branche ein weiteres Wachstum auf 180 Millionen US-Dollar an, was einem Plus von 12 Prozent entsprechen würde. Rund 95 Prozent der Exporte werden aus der südtürkischen Tourismusmetropole Antalya verschifft. „Wenn es in der Türkei um Schnittblumen geht, fällt zuerst der Name Antalya. Es gibt praktisch keine Alternative“, so Yılmaz. Die Hauptabnehmerländer sind die Niederlande, Großbritannien, Deutschland, Rumänien und Bulgarien.

Um die Nachfrage das ganze Jahr über bedienen zu können, hat die Branche ihre Produktion ausgeweitet. Während in der Region Antalya etwa acht Monate lang produziert wird, übernehmen Betriebe im höher gelegenen Isparta während der vier Sommermonate die Produktion. „Dadurch haben wir die Saison auf zwölf Monate verlängert“, erklärte Yılmaz. Dies sei ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, da internationale Kunden nun ganzjährig beliefert werden können.

Trotz dieser Erfolgsmeldungen sieht sich die exportorientierte Branche mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Verbandspräsident Yılmaz nannte vor allem ungünstige Wechselkurse. Da die Kurse von Dollar und Euro im Vergleich zur Inflationsrate zu niedrig sind, können die Erzeuger die gewünschten Preise nicht durchsetzen. Zudem stiegen die Produktionskosten stärker als die Währungskurse.