Der Boom am türkischen Gewerbeimmobilienmarkt setzt sich mit hohen nominalen Zuwachsraten fort, wird jedoch durch die galoppierende Inflation vollständig aufgefressen. Wie die türkische Zentralbank am 18. Mai mitteilte, stieg der Gewerbeimmobilien-Preisindex (CPPI) im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nominal um 31,0 Prozent. Preisbereinigt, also unter Berücksichtigung der Inflationsrate, ergibt sich für Anleger jedoch eine ernüchternde Stagnation: Real blieben die Preise unverändert.
Im Vergleich zum Vorquartal legte der Index um 7,7 Prozent zu. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Einzelhandelsimmobilien. Hier betrug der nominale Jahresanstieg 31,2 Prozent, während der reale Zuwachs mit 0,1 Prozent einer Nullrunde gleichkommt. Im Quartalsvergleich stiegen die Preise für Einzelhandelsimmobilien um 7,4 Prozent.
Die Entwicklung verläuft regional jedoch uneinheitlich. Während die Metropole Istanbul bei den Preissteigerungen im Städtevergleich das Schlusslicht bildet, prescht die Hauptstadt Ankara deutlich voran. In Istanbul kletterte der Gewerbeimmobilienindex im Jahresvergleich um 19,6 Prozent, das Teilsegment der Büroimmobilien verteuerte sich um 19,7 Prozent.
Deutlich dynamischer präsentiert sich der Markt in Ankara: Der CPPI schnellte um 36,3 Prozent in die Höhe und die Preise für Büroflächen legten um 41,5 Prozent zu. Auch die Küstenmetropole Izmir verzeichnete überdurchschnittliche Zuwächse. Gewerbeflächen kosteten hier 29,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, Büroimmobilien verteuerten sich um 26,7 Prozent.
Die von der Notenbank veröffentlichten Daten unterstreichen die zunehmende Diskrepanz zwischen nominalem Wachstum und realem Werterhalt auf dem türkischen Immobilienmarkt, der massiv unter der anhaltend hohen Inflation leidet.