Ankara gegen Handelsmauern: Türkei intensiviert Kampf gegen EU-Protektionismus

28.07.2026 – 13:30 Uhr

ANKARA – Die Türkei verstärkt ihre diplomatischen und handelspolitischen Bemühungen, um die heimische Wirtschaft und Industrie vor möglichen Auswirkungen neuer protektionistischer Maßnahmen in der Europäischen Union zu schützen. Das erklärte der türkische Handelsminister Ömer Bolat bei einer Veranstaltung der Union der Kammern und Börsen der Türkei (TOBB).

Bolat verwies darauf, dass technologische Entwicklungen, die digitale Wirtschaft, der Onlinehandel und künstliche Intelligenz die globale Wirtschaftsordnung grundlegend verändern. Gleichzeitig trete die Weltwirtschaft in eine Phase ein, die zunehmend von Handelskonflikten und einer stärkeren Abschottung einzelner Märkte geprägt sei.

„Angesichts neuer Wellen des Protektionismus in der Europäischen Union führen wir intensive diplomatische und handelspolitische Gespräche mit zahlreichen Partnern, um sicherzustellen, dass die türkische Industrie und unsere Wirtschaft nicht negativ beeinflusst werden“, sagte Bolat.

Die Türkei führe derzeit umfassende Handelsgespräche mit der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten sowie weiteren internationalen Partnern, um den Export von Waren und Dienstleistungen auszubauen. Zu den laufenden Verhandlungen gehören Gespräche mit Großbritannien, Japan, dem Golf-Kooperationsrat, der Ukraine, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Besonders hob Bolat die Fortschritte im Verhältnis zur Ukraine hervor. Das ukrainische Parlament habe das Freihandelsabkommen zwischen der Türkei und der Ukraine ratifiziert. Zudem liefen Gespräche mit Großbritannien über eine Erweiterung des bestehenden Handelsabkommens auf den Dienstleistungssektor. Auch Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Kanada seien aufgenommen worden.

Die türkische Regierung sieht in einer breiteren internationalen Vernetzung einen wichtigen Faktor, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern und neue Absatzmärkte für türkische Unternehmen zu erschließen.