Alarm in Alanya: Buchungseinbruch läutet schwieriges Tourismusjahr 2026 ein

Bild: DHA
27.02.2026 – 9:00 Uhr

Die Tourismushochburg an der Türkischen Riviera steuert auf ein herausforderndes Jahr zu. Die Buchungszahlen für die Saison 2026 liegen deutlich unter den Erwartungen, während gleichzeitig steigende Kosten und der internationale Wettbewerbsdruck die Branche belasten.

Der Verband der touristischen Betriebe Alanya (ALTİD) schlägt Alarm. Wie Verbandspräsident Cem Özcan mitteilte, sei die Nachfrage für die kommende Saison derart verhalten, dass man das Jahr 2026 als „sehr schwierig und mit höchster Aufmerksamkeit zu managen“ bewerten müsse.

Reservierungsflaute im Frühjahr

Besonders besorgniserregend sei die Situation für die Vorsaison. „Die Vorausbuchungen für April und Mai sind auf einem niedrigen Niveau“, so Özcan. Die angestrebten Auslastungszahlen der Hotels würden derzeit deutlich verfehlt. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, drohten direkte Einbußen bei den Tourismuseinnahmen der Region. Die Branche steht unter enormem Anpassungsdruck: „In diesem globalen Wettbewerb ist es schon eine große Herausforderung, überhaupt zu bestehen“, sagte Özcan.

Kostenexplosion und Zinsdruck setzen Betriebe unter Wasser

Als Hauptgründe für die angespannte Lage nannte der ALTİD-Chef die massive Kostensteigerung in allen Bereichen. Die Kombination aus hoher Inflation, feststehenden Wechselkursen und steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen führe zu einer schrumpfenden Gewinnmarge. Besonders hart treffe es Betriebe, die in den vergangenen Jahren Investitionen über Kredite finanziert haben. „Die finanzielle Nachhaltigkeit vieler Häuser ist gefährdet, die Gewinnmargen sind in den letzten zwei Jahren deutlich gesunken“, so Özcan.

Branche fordert Bürokratieabbau und Kurswechsel

Neben den wirtschaftlichen Faktoren kritisiert die Branche auch die politischen Rahmenbedingungen. Özcan forderte eine Abkehr von komplizierten bürokratischen Verfahren. Benötigt werde ein planbares und unterstützendes politisches Umfeld, das den Realitäten der Tourismuswirtschaft entspreche. „Die langwierigen Verwaltungsprozesse sind eine zusätzliche Last“, kritisierte Özcan.

Weg vom Massentourismus

Angesichts der Krise plädiert der Verbandspräsident für ein Umdenken in der touristischen Strategie. Das reine Abzählen von Gästeköpfen sei nicht mehr zeitgemäß. „Entscheidend ist nicht mehr die Frage, wie viele Gäste kommen, sondern wie viel sie ausgeben und welche Erfahrungen sie mit nach Hause nehmen“, betonte Özcan. Um das wirtschaftliche Überleben zu sichern, müsse Alanya auf intelligente Preismodelle, eine bessere Positionierung am Markt und mehr öffentliche Förderung setzen.

Trotz der düsteren Aussichten für die Saison 2026 zeigte sich Özcan kämpferisch. Man bereite sich mit großer Sorge, aber auch mit Entschlossenheit auf das kommende Jahr vor. Das Ziel bleibe, Alanya im globalen Ranking der Reiseziele weiter nach vorne zu bringen.