Der Absatz chinesischer Automarken in der Türkei ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich zurückgegangen. Hintergrund sind vor allem Importbeschränkungen und Zoll- sowie Steuerregelungen, die den Marktzugang erschweren.
In den ersten sechs Monaten des Jahres sank der Verkauf chinesischer Fahrzeuge im türkischen Markt im Jahresvergleich um 39,6 Prozent auf 28.602 Einheiten. Damit verloren die Hersteller auch spürbar Marktanteile: Ihr Anteil am Gesamtmarkt fiel von 7,8 auf 5,1 Prozent.
Besonders stark betroffen war der Hersteller BYD. Das Unternehmen hatte im Vorjahr noch von Investitionsanreizen profitiert, konnte seine Dynamik jedoch nicht halten. Aufgrund von Unsicherheiten im Investitionsprozess war der Import von Fahrzeugen eingeschränkt. Die Verkäufe brachen dadurch von 25.501 Einheiten im ersten Halbjahr 2025 auf 6.809 Fahrzeuge im gleichen Zeitraum 2026 ein – ein Minus von 73,3 Prozent.
Währenddessen entwickelte sich die chinesische Chery-Gruppe insgesamt stabiler und steigerte ihre Verkäufe leicht von 19.026 auf 19.313 Einheiten. Innerhalb der Gruppe gingen jedoch die Verkäufe der Marke Chery selbst zurück, während die Marken Omoda und Jaecoo Zuwächse verzeichneten.
Die Zahl der chinesischen Automarken auf dem türkischen Markt sank zudem innerhalb eines Jahres von zehn auf sieben Anbieter.
Branchenanalysen zufolge haben chinesische Hersteller weltweit stark zugelegt: In Europa stieg der Absatz von rund 50.000 Fahrzeugen im Jahr 2020 auf etwa 700.000 in den letzten Jahren und könnte bis 2026 auf über 1,3 Millionen Einheiten anwachsen.
In der Türkei sehen sich die Hersteller jedoch weiterhin mit hohen Importzöllen und regulatorischen Hürden konfrontiert. Dadurch bleibt ihnen im Wesentlichen nur die Wahl zwischen dem Import konventioneller Fahrzeuge mit hohen Abgaben oder einer stärkeren Lokalisierung und Investition vor Ort, insbesondere im Bereich der Elektromobilität.