77 Millionen Euro Gewinn: TUI überrascht mit bester Quartalsbilanz seit Jahren

13.02.2026 – 6:35 Uhr

Zum Auftakt des Geschäftsjahres 2026 hat Europas größter Reisekonzern TUI überraschend starke Zahlen vorgelegt. Trotz eines unveränderten Umsatzes konnte der Touristikkonzern seinen operativen Gewinn deutlich steigern und belohnt seine Aktionäre erstmals seit der Krise wieder mit einer Ausschüttung.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres kletterte das bereinigte operative Ergebnis (Underlying EBIT) um 26 Millionen Euro auf 77 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Der Umsatz blieb mit rund 4,9 Milliarden Euro nahezu stabil; währungsbereinigt ergab sich ein Plus von 1,3 Prozent.

Die Nachfrage nach Pauschalreisen und Urlaubsbausteinen erwies sich dabei als robust: Von Oktober bis Dezember reisten rund 7,1 Millionen Gäste mit TUI, was einem Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Als Treiber nannte der Konkurrent von Alltours und Dertour vor allem dynamische Paketierungsprodukte und das erweiterte Erlebnisangebot in den Urlaubsdestinationen.

Kreuzfahrtsparte mit Rekordwachstum

Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Kreuzfahrten. Der operative Gewinn in diesem Segment stieg um knapp 70 Prozent – ein Rekordwert, den das Management auf hohe Buchungszahlen und die Vergrößerung der Flotte zurückführt. Auch das Segment „Holiday Experiences“, das Hotels, Aktivitäten und Erlebnisse bündelt, trug mit 214 Millionen Euro maßgeblich zum Ergebnis bei.

Schuldenberg schrumpft – Dividende kehrt zurück

Parallel zum operativen Geschäft verbesserte TUI seine Bilanzstruktur. Die Nettofinanzverschuldung reduzierte sich zum Jahresende 2025 auf 3,6 Milliarden Euro. Neben einem starken operativen Cashflow halfen dem MDAX-Konzern dabei auch positive Währungseffekte.

Vor diesem Hintergrund kündigte der Vorstand erstmals seit der Staatsrettung in der Corona-Pandemie wieder eine regelmäßige Gewinnbeteiligung für Aktionäre an. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 ist eine erste Ausschüttung von zehn Cent je Aktie geplant. Ab dem Geschäftsjahr 2026 peilt der Konzern eine Ausschüttungsquote von zehn bis 20 Prozent des Ergebnisses an.

Ausblick bekräftigt – App und Osteuropa im Fokus

Trotz geopolitischer Unsicherheiten und anhaltender Kostenbelastung hält der Reiseriese an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest. Das Management erwartet weiterhin ein Umsatzplus von zwei bis vier Prozent und einen Ergebnisanstieg um sieben bis zehn Prozent. Rückenwind verspricht sich TUI von der starken Nachfrage für die kommende Sommersaison.

Gleichzeitig forciert der Konzern seine digitale Strategie. So stieg der Anteil der über die TUI-App gebuchten Reisen auf 11,3 Prozent – ein Zuwachs von mehr als einem Viertel innerhalb eines Jahres. Zudem expandiert das Unternehmen nach Osteuropa: Mit dem Markteintritt in Rumänien hat TUI den ersten Schritt zur Erschließung weiterer Quellmärkte in der Region vollzogen.