3 Milliarden Euro in zehn Jahren: Türkei profitiert massiv von Europas Entwicklungsbank

18.02.2026 – 6:30 Uhr

In den vergangenen zehn Jahren hat die Türkei Kredite in Höhe von rund drei Milliarden US-Dollar von der Entwicklungsbank des Europarates (CEB) erhalten. Bei einem Besuch von CEB-Gouverneur Carlo Monticelli in Ankara wurden nun neue Finanzierungszusagen über 280 Millionen Euro unterzeichnet. Das Geld soll vor allem in den erdbebensicheren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur fließen.

Wie das türkische Finanzministerium mitteilte, standen bei dem zweitägigen Besuch des Spitzenbankiers, der seine erste offizielle Reise in die Türkei überhaupt unternahm, vor allem Projekte zur Katastrophenvorsorge im Fokus. Finanzminister Mehmet Şimşek und CEB-Chef Monticelli besiegelten demnach mehrere Vereinbarungen zu Vorzugskrediten.

Der Großteil der frischen Mittel in Höhe von 230 Millionen Euro ist für das Projekt „Erdbebensicherheit und Katastrophenschutz in Istanbul” (ISMEP) vorgesehen. Dabei handelt es sich um ein seit Jahren laufendes Programm zur Ertüchtigung der Megacity gegen schwere Beben. Weitere 50 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Marmaray-Eisenbahntunnels unter dem Bosporus, der die asiatische und die europäische Seite Istanbuls verbindet.

Die CEB ist seit ihrer Gründung im Jahr 1956 eng mit der Türkei verbunden, die zu den Gründungsmitgliedern gehört. Nach Angaben des Finanzministeriums hat Ankara allein im vergangenen Jahrzehnt Finanzierungen von umgerechnet mehr als drei Milliarden Dollar erhalten. Neben der Klein- und Mittelstandsfinanzierung liegt der Schwerpunkt der Kreditvergabe zunehmend auf Investitionen in den Katastrophenschutz – ein Thema, das nach den verheerenden Beben vom Februar 2023 mit mehr als 50.000 Toten dramatisch an Dringlichkeit gewonnen hat.