Während die Tourismusbranche im Nahen Osten unter den Folgen des Krieges leidet und zahlreiche Buchungen storniert werden, hält eine ungewöhnliche Reisebewegung an. Ab Mitte April werden rund 3.500 österreichische Ruheständler in die türkische Küstenstadt Marmaris reisen. Die Organisatoren haben das Programm trotz des angespannten geopolitischen Umfelds bestätigt.
Vom 13. April bis zum 13. Mai werden die Gäste aus den Regionen Burgenland, Oberösterreich, Salzburg und Wien im wöchentlichen Wechsel in Marmaris erwartet. Veranstaltet wird die Reiseserie von einem Tourismusunternehmen aus Antalya, das diese Tradition im vergangenen Jahr nach 32 Jahren wiederbelebt hat.
Wie der Geschäftsführer der Agentur, Recep Yavuz, mitteilte, waren bereits im Jahr 2024 rund 3.200 österreichische Pensionisten in die Ägäis-Region gereist und kehrten, so Yavuz, „mit großer Zufriedenheit” zurück. Dieser Erfolg diene als wichtiger Referenzwert für die diesjährige Wiederholung.
Sicherheitsbedenken zerstreut
Laut Yavuz stand die diesjährige Auflage angesichts des kriegerischen Konflikts im östlichen Mittelmeerraum kurz vor der Absage. Entscheidend für die endgültige Zusage war ein mehrstufiger Überzeugungsprozess. Die Berliner Zentrale von „Senioren Reisen“, dem größten Reiseveranstalter für österreichische Pensionisten, habe nach Gesprächen schließlich grünes Licht gegeben.
„Ein von der Stadt Marmaris, der Handelskammer und dem Hotelierverband gemeinsam verfasstes und unterzeichnetes Sicherheitsschreiben hat deutlich gemacht, dass es keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Gäste geben muss”, sagte Yavuz. Die Dokumente hätten bei den Reisegruppenleitern für Vertrauen gesorgt.
Zudem spielte die Haltung der türkischen Regierung eine Rolle: „Trotz des Kriegsgeschehens in der Region wurde die kühle und kontrollierte Haltung der Türkei in der internationalen Öffentlichkeit genau beobachtet. Der starke Eindruck, dass die Türkei nicht Teil der Konflikte werden würde, war für die Entscheidung der Pensionisten ausschlaggebend.“
Kultur statt Strandliege
Die österreichischen Gäste werden während ihres einwöchigen Aufenthalts nicht nur in den Hotels der Region erwartet. Ein Programm mit Ausflügen nach Datça, Dalyan und zu den Buchten von Marmaris sowie nach Pamukkale ist geplant. Bei einer eigenen „Marmaris-Abend“-Veranstaltung sollen sie mit folkloristischen und kulturellen Angeboten vertraut gemacht werden.
Yavuz betonte, dass die Gäste Wert auf aktive Erkundung legten: „Unsere Gäste ziehen es vor, aktiv auszugehen, zu reisen und mit den Einheimischen in Kontakt zu treten, anstatt nur die Zeit in den Hotels zu verbringen.“ Davon profitieren sowohl das lokale Gewerbe als auch die Beschäftigten im Tourismus.
Laut dem Veranstalter wird die Organisation von einem Netzwerk aus mehreren Hotels, dem Flughafen Dalaman, der Fluggesellschaft Freebird, 25 Reiseführern sowie lokalen Institutionen getragen.