Die Istanbuler Handelskammer (ITO) will die Nutzung Künstlicher Intelligenz in der türkischen Wirtschaft im kommenden Jahr massiv vorantreiben. Mit einer breit angelegten Initiative soll ein „KI-Wind“ erzeugt und das Bewusstsein für diese Technologie geschärft werden, kündigte ITO-Präsident Şekib Avdagiç an.
Aktuellen Daten des Türkischen Statistikinstituts (TÜİK) zufolge nutzen derzeit nur 7,5 Prozent der Unternehmen in der Türkei KI-Anwendungen. In der großindustriellen Fertigung liege der Anteil mit über 20 Prozent bereits deutlich höher, so Avdagiç.
Die türkische Wirtschaft setzt zunehmend auf die Technologie. Für das Jahr 2025 zeichnet sich ab, dass 46,5 Prozent der Unternehmen KI-Software oder -Systeme im Marketing und Vertrieb einsetzen werden. 41,1 Prozent nutzen sie demnach in Produktions- oder Dienstleistungsprozessen, 41 Prozent in der Forschung und Entwicklung sowie 40 Prozent in der Unternehmensführung.
Die Kammer selbst treibe das Thema bereits seit 2018 voran, so Avdagiç. Mit dem Aufbau des „ITO Technology Ecosystems“ seien drei sich ergänzende Strukturen geschaffen worden: SoftITO, das Wissensverwertungszentrum und der Technopark Istanbul. Von der zunehmenden Verbreitung der KI in den kommenden Jahren sollen die rund 800.000 Mitglieder der Kammer profitieren.
Avdagiç verwies als Teil einer globalen Entwicklung auf internationale Prognosen, denen zufolge KI-Technologien bis 2030 einen Beitrag von 15,7 Billionen Dollar zur Weltwirtschaft leisten könnten. In Branchen mit intensiver KI-Nutzung stiegen die Arbeitnehmereinkommen demnach dreimal so stark wie im Durchschnitt. Beschäftigte mit KI-Kenntnissen verdienten etwa 56 Prozent mehr als ihre Kollegen ohne entsprechende Qualifikation.