Die Debatte um angebliche Luxuspreise in Bodrum kocht immer wieder hoch, besonders in den sozialen Medien. Nun hat sich der Präsident der Handelskammer von Bodrum, Mehmet Kocadon, mit deutlichen Worten und konkreten Zahlen zu Wort gemeldet: Die „Pauschalverurteilung“ der türkischen Urlaubsregion sei falsch. Bodrum sei schon lange nicht mehr nur ein Paradies für Superreiche, sondern biete für nahezu jeden Geldbeutel passende Angebote – vom einfachen Imbiss bis zum Sterne-Restaurant.
Gegenüber Journalisten erklärte Kocadon, dass die in den sozialen Netzwerken kursierende Behauptung, Bodrum sei „viel zu teuer“, nicht der Realität entspreche. Man könne die Preise einer Luxuslocation nicht mit denen einer einfachen Gaststätte vergleichen. „In Bodrum gibt es für jede Einkommensgruppe ein passendes Unternehmen. Döner kostet an einem Ort vielleicht 1.000 Lira, an einem anderen kann man aber problemlos für 350 bis 400 Lira essen. Gleiches gilt für Eis oder andere Produkte“, so Kocadon.
Der Kammerpräsident betonte, dass die Preisgestaltung von der Art des Betriebs und der angebotenen Dienstleistung abhängt. Ein Vergleich zwischen einem gehobenen Restaurant und einem traditionellen Imbiss sei unzulässig. „Das ist völlig normal. Wer in ein Luxus-Restaurant geht, weiß, dass er dort andere Preise zahlt als in einer einfachen Lokalität. Aber genau diese Vielfalt macht Bodrum aus.“
„Leute, die nie in Bodrum waren, verunglimpfen die Region“
Besonders scharf kritisierte Kocadon die Empörungswelle in den sozialen Netzwerken. Er berichtete von einem konkreten Fall, in dem jemand öffentlich über die hohen Preise für ein einfaches Gericht wie Lahmacun geschimpft hatte. Als er die Person fragte, wo genau sie gegessen habe, gab diese zu, noch nie in Bodrum gewesen zu sein. „Es gibt Menschen, die Bodrum schlechtreden, ohne je hier gewesen zu sein. Diese negativen Kommentare entsprechen oft nicht der Wahrheit“, sagte der Handelskammer-Präsident.
Er appellierte an Urlauber und Beobachter, die Fehler einzelner Betriebe nicht auf die gesamte Tourismusbranche der Halbinsel zu übertragen. Bodrum verfügt über eine enorme Bandbreite an Angeboten – von günstigen Pensionen und Imbissen bis hin zu Fünf-Sterne-Hotels und exklusiven Beachclubs.
Preiskontrollen: „Keine einzige Beschwerde wegen überhöhter Tarife“
Um den Vorwürfen von Abzocke entgegenzuwirken, verwies Kocadon auf die bestehenden Kontrollmechanismen. Mitglieder der Handelskammer sind demnach verpflichtet, offizielle Preislisten zu führen und einzuhalten. Sollte ein Gast einen Preis über dem ausgehängten Tarif zahlen müssen, drohten dem Betrieb Sanktionen. Er fügte hinzu, dass bei der Kammer bislang jedoch keine einzige Beschwerde über eine derartige Praxis eingegangen sei.
Kocadon schloss mit einem Appell für mehr Fairness: „Bodrum ist eine Marke im internationalen Tourismus. Wir sollten aufhören, die ganze Region wegen einzelner Vorfälle oder falscher Behauptungen in ein schlechtes Licht zu rücken. Die Realität ist: Hier ist für jeden etwas dabei – auch für den kleineren Geldbeutel.“