Türkisches Vogelparadies erwacht: Flamingos starten am Tuz-See in die Brutsaison

Bilder: DHA
22.03.2026 – 15:00 Uhr

Erkan ALTUNTAŞ/AKSARAY, (DHA) – Am Tuz-See, dem zweitgrößten See der Türkei und bekannt als „Flamingo-Paradies“, sind die ersten Flamingos der Saison eingetroffen. Fahri Tunç, Vorsitzender des Vereins „Doğaya Kuş Bakışı ve Ekoloji Derneği“, erklärte: „Der Tuz-See ist einer der größten Brutplätze der Flamingos in der Türkei und weltweit. Hier kommen sie an, um ihre Jungen aufzuziehen. Während in den vergangenen Jahren noch 20.000 bis 30.000 Flamingos gezählt wurden, sind es aktuell nur 3.000 bis 4.000. Wir erwarten jedoch, dass diese Zahl in den nächsten Tagen steigt. Gleichzeitig gibt es Probleme mit dem Wasserstand.“

Der Tuz-See liegt innerhalb der Provinzen Aksaray, Ankara und Konya, ist eine geschlossene Senke und liefert den größten Teil des türkischen Salzbedarfs. Jedes Jahr beherbergt der See im Sommer tausende Flamingos, die hier fressen und brüten. Für ihre Brut bevorzugen die Tiere vor allem den südlichen Teil des Sees nahe der Gemeinde Eskil in Aksaray.

Die Teams des Nationalparks und der Naturschutzbehörden kontrollieren das Gebiet regelmäßig. Flamingos, die tagsüber vom Tuz-See zum Mamasin-Stausee fliegen, sorgen unterwegs für beeindruckende Anblicke, bevor sie zum Brüten wieder zum See zurückkehren.

Tunç wies darauf hin, dass die Zahl der Flamingos in den vergangenen Jahren aufgrund sinkender Wasserstände zurückgegangen sei: „Wenn Menschen den Zugang zum Wasser erschweren, erschwert das auch den Tieren die Versorgung. Viele der Jungtiere sterben, weil sie nicht genug Wasser und Nahrung erreichen. Wir wollen verhindern, dass sich das dieses Jahr wiederholt.“

Er kündigte an, dass der Verein gemeinsam mit dem Ministerium und der staatlichen Wasserbehörde DSİ Maßnahmen ergreifen werde, um die Wasserzufuhr zum Tuz-See sicherzustellen. „Vom BOTAŞ-Erdgas-Speichergebiet aus wird Wasser über zwei Pumpen in den See geleitet. Das ist zwar hilfreich, reicht aber nicht aus. Der Tuz-See ist inzwischen fast in einem kritischen Zustand“, sagte Tunç.

Abschließend lud Tunç Naturfreunde ein, die Flamingos zu beobachten: „Die Flamingos, die Artemia salina fressen, zeigen kräftig rote Flügel, während die anderen weiß bleiben. Beides ist die gleiche Art. In ihren Brutgebieten bilden sie riesige Populationen und am Himmel entsteht ein unglaubliches Farbspektakel. Wer ein Fernglas benutzt, kann dieses Naturschauspiel in aller Ruhe beobachten.“