Türkei: Rosa Nachwuchs am Tuz-See – Rekordzahl an Flamingo-Küken geschlüpft

22.07.2026 – 17:00 Uhr

Am Tuz-See in Zentralanatolien sind in diesem Sommer so viele Flamingo-Küken geschlüpft wie seit fünf Jahren nicht mehr. Nach Angaben des türkischen Umweltministeriums wurden rund 12.800 Jungvögel gezählt.

Umweltminister Murat Kurum veröffentlichte Luftaufnahmen der Brutgebiete und sprach von einer erfolgreichen Brutsaison. „Unsere Flamingo-Familie am Tuz-See wächst. Im geschützten Gebiet sind 12.800 Küken geschlüpft – so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr“, erklärte er.

Der Tuz-See steht als besonderes Umweltschutzgebiet unter Schutz. Dort werden zahlreiche bedrohte Vogelarten sowie heimische Tier- und Pflanzenarten geschützt. Nachdem in den vergangenen Jahren Trockenheit die Brutbedingungen erschwert hatte, sorgten in diesem Jahr ausreichende Niederschläge für ideale Voraussetzungen.

Bereits 2022 hatten die Behörden vorsorglich einen Süßwasserbrunnen eingerichtet, um die Flamingo-Kolonie in besonders trockenen Jahren mit Wasser zu versorgen. Dank der günstigen Wetterbedingungen war diese Unterstützung in der aktuellen Brutsaison jedoch nicht erforderlich.

Die Flamingos brüten traditionell zwischen April und Mai, bevor im Sommer die Küken schlüpfen. Nach Angaben von Mustafa Uzun, Leiter der Abteilung für Naturschutzüberwachung der Generaldirektion für Naturerbe, hat sich der Bestand nach dem trockenen Vorjahr deutlich erholt. „Die Niederschläge waren in diesem Jahr ausreichend. Deshalb konnten wir die höchste Zahl an Küken der vergangenen fünf Jahre verzeichnen“, sagte Uzun.

Im Juli dokumentierten Experten den Bestand mithilfe umfangreicher Luftaufnahmen. Gleichzeitig überwachen sie weitere gefährdete Arten im Ökosystem des Tuz-Sees, darunter die Großtrappe und den Steppenadler.

Die jungen Flamingos finden derzeit ausreichend Nahrung in den geschützten Aufzuchtgebieten. Gegen Ende des Jahres beginnen sie mit den Vorbereitungen auf ihren Zug in die Winterquartiere. Bis dahin wollen die Naturschutzbehörden die Kolonie weiterhin eng begleiten und überwachen.