Sport trifft Geschichte: Atatürk-Lauf in Ankara erinnert an Republikgründer

31.12.2025 – 16:00 Uhr

ANKARA – Ankara hat den 106. Jahrestag der Ankunft von Mustafa Kemal Atatürk, dem Gründer der modernen Türkei, mit der 90. Ausgabe des Großen Atatürk-Laufs gefeiert. Der traditionsreiche Straßenlauf ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der jährlichen Gedenkveranstaltungen der Hauptstadt.

Der Lauf, eine der ältesten durchgehend stattfindenden Sportveranstaltungen des Landes, führte am 28. Dezember über 10,8 Kilometer von Dikmen Keklikpınarı zum historischen Bahnhof Ankara und folgt damit symbolisch der Route, die Atatürk bei seiner Ankunft in der Stadt am 27. Dezember 1919 nahm. Seit seiner ersten Durchführung 1936 mit offizieller Genehmigung Atatürks hat der Lauf fast neun Jahrzehnte ohne Unterbrechung stattgefunden.

Ahmet Karadağ, Präsident des Türkischen Leichtathletik-Verbandes, betonte während der Veranstaltungen, dass der Lauf mehr als ein sportlicher Wettkampf sei und die Werte der Türkischen Republik lebendig widerspiegele. Er würdigte die Verbindung zwischen Spitzensportlern, Amateurläufern und der nationalen Erinnerung.

Begleitend zum Lauf fanden in Ankara die ganze Woche über offizielle und kulturelle Veranstaltungen statt, um Atatürks Ankunft zu würdigen, die als entscheidender Moment im Türkischen Unabhängigkeitskrieg gilt. Gouverneur Vasip Şahin leitete eine offizielle Delegation zum Mausoleum Anıtkabir, legte einen Kranz nieder und trug sich in das besondere Gästebuch ein. Şahin bezeichnete Atatürks Entscheidung, Ankara zum Zentrum des Unabhängigkeitskampfes zu machen, als prägend für die Entstehung des modernen türkischen Staates.

Traditionelle Seymen-Zeremonien, die auf alte lokale Milizen und kulturelle Hüter Ankaras zurückgehen, waren ebenfalls Teil der Feierlichkeiten. Volkstänzer in traditioneller Tracht marschierten vom Bahnhof Ankara zum Ulus-Platz und erinnerten an den Empfang, den die Einwohner Atatürk 1919 bereiteten. Weitere Zeremonien fanden in Dikmen Keklikpınarı statt, wo die Seymen-Gruppen Atatürk historisch willkommen hießen.

Militärische Einrichtungen beteiligten sich mit Gedenkläufen der Türkischen Streitkräfte, bei denen Kadetten und Offiziere türkische Flaggen und Porträts Atatürks trugen, begleitet von Applaus der Zuschauer an Straßen und Balkonen.

Zusätzlich wurden kulturelle Veranstaltungen im Stadtzentrum durchgeführt, darunter traditionelle Feuerzeremonien und Volkstänze, die die Verbindung zwischen Ankaras lokalen Bräuchen und der nationalen Unabhängigkeit betonten.