Weniger Schnee, mehr Technik: Uludağ setzt künftig auf Kunstschnee

06.09.2026 – 12:00 Uhr

BURSA – Der türkische Wintersportort Uludağ stellt sich auf zunehmend milde Winter und verspäteten Schneefall ein. Um die Skisaison zu verlängern und den Betrieb zuverlässiger zu machen, soll künftig künstlicher Schnee zum Einsatz kommen.

Nach Angaben des Berichts zur finanziellen Lage und zu den Erwartungen der Gebietsverwaltung Uludağ für 2026 hat der Klimawandel in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass der natürliche Schneefall zunehmend später einsetzt. Dadurch beginnt die Wintersportsaison später und fällt insgesamt kürzer aus. Für die Hotels im Skigebiet hat dies bereits zu Einbußen bei den Reservierungen geführt.

Die Behörden sehen in einer künstlichen Beschneiung eine Möglichkeit, die Wintersportsaison zu verlängern und zugleich weiterhin nationale und internationale Sportveranstaltungen in Uludağ auszurichten.

Kunstschnee für internationale Wettbewerbe

Eine zuverlässige Beschneiungsinfrastruktur wird auch für den internationalen Wintersport immer wichtiger. Bei bestimmten Wettbewerben schreibt der Internationale Ski- und Snowboardverband (FIS) entsprechende Schneeverhältnisse vor.

Bevor die Anlage in Betrieb genommen wird, sollen zunächst die erforderliche Kapazität und die Kosten für die künstliche Schneeproduktion ermittelt werden.

Uludağ gehört zu den bekanntesten Wintersport- und Tourismuszielen der Türkei. Die Entwicklung steht zugleich beispielhaft für die wachsenden Herausforderungen von Skigebieten weltweit. Steigende Temperaturen verändern die Schneeverhältnisse und verkürzen vielerorts die traditionellen Wintersaisons.

Mildere Winter werden erwartet

Auch für die Türkei wird ein vergleichsweise milder Winter erwartet. Klimaprognosen können sich allerdings regional deutlich unterscheiden.

Der britische Wetterdienst Met Office warnte zudem, dass ein sich verstärkendes El-Niño-Phänomen zu außergewöhnlich hohen globalen Temperaturen im Jahr 2027 beitragen könnte. Unter bestimmten Bedingungen könnte das Jahr sogar den bisherigen globalen Temperaturrekord aus dem Jahr 2024 übertreffen.

Auch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) rechnet mit weiterhin hohen globalen Temperaturen und deutlichen Veränderungen bei den Niederschlagsmustern.

Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass El Niño nicht überall zu den gleichen Wetterbedingungen führt. Die regionalen Auswirkungen hängen unter anderem von der atmosphärischen Zirkulation, den Meerestemperaturen und weiteren Klimamustern ab.

Grundsätzlich handelt es sich bei El Niño um ein natürliches, vorübergehendes Klimaphänomen. Es tritt jedoch vor dem Hintergrund einer durch den vom Menschen verursachten Ausstoß von Treibhausgasen deutlich erwärmten Erde auf.