Von Göbeklitepe bis Istanbul: National Geographic listet die zehn spektakulärsten antiken Schätze der Türkei

(Bildquelle: Hürriyet)
11.07.2026 – 15:00 Uhr

Antike Tempel, römische Metropolen, byzantinische Bauwerke und jahrtausendealte Kultstätten: Die Türkei zählt zu den geschichtsträchtigsten Regionen der Welt. National Geographic hat zehn historische Orte ausgewählt, die Reisende unbedingt gesehen haben sollten – von Göbeklitepe, dem ältesten bekannten Tempelkomplex der Welt, bis zu den mächtigen Mauern Istanbuls.

Die Region Anatolien war über Jahrtausende Schauplatz zahlreicher Zivilisationen. Hethiter, Griechen, Römer, Byzantiner und Osmanen hinterließen hier beeindruckende Spuren. Die ausgewählten Orte zeigen die außergewöhnliche historische Vielfalt der Türkei.

Göbeklitepe: Der Ort, der unser Geschichtsbild veränderte

Auf Platz eins der Liste steht Göbeklitepe in der Provinz Şanlıurfa. Die rund 11.600 Jahre alte neolithische Kultstätte gilt als der älteste bekannte Tempelkomplex der Welt.

Die Entdeckung in den 1990er-Jahren veränderte die bisherigen Vorstellungen über die Entwicklung menschlicher Gesellschaften. Die Funde deuten darauf hin, dass organisierte Glaubenssysteme und gemeinschaftliche Bauprojekte möglicherweise schon vor der Entwicklung der Landwirtschaft entstanden.

Nemrut Dağı: Riesige Statuen über den Wolken

 

 

Auf dem 2.134 Meter hohen Nemrut Dağı in der Provinz Adıyaman thronen gewaltige Steinfiguren aus der Zeit des Königreichs Kommagene.

Die etwa 2.000 Jahre alten Darstellungen von Königen, Göttern, Adlern und Löwen gehören zu den eindrucksvollsten archäologischen Sehenswürdigkeiten der Türkei. Besonders bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang bietet der Berg eine spektakuläre Kulisse.

 

Ephesos: Ein Erbe von der Antike bis zur frühen Christenheit

 

 

Die antike Stadt Ephesos bei Selçuk in der Provinz İzmir blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins 10. Jahrhundert vor Christus reicht.

Mit dem berühmten Theater, der Celsus-Bibliothek und zahlreichen monumentalen Bauwerken zählt Ephesos zu den bedeutendsten antiken Städten der Welt. Auch für die Geschichte des frühen Christentums besitzt der Ort große Bedeutung. Der Apostel Paulus hielt sich hier auf, zudem befindet sich in der Region die bedeutende Johanneskirche.

Göreme: Kirchen und Fresken im Herzen Kappadokiens

 

 

Kappadokien ist weltweit für seine bizarren Felsformationen und Feenkamine bekannt. Die Region entwickelte sich bereits in der frühen christlichen Zeit zu einem wichtigen religiösen Zentrum.

Das Freilichtmuseum von Göreme zeigt in vulkanische Felsen gehauene Kirchen aus der byzantinischen Epoche mit beeindruckend erhaltenen Wandmalereien.

Die unterirdische Welt der Yerebatan-Zisterne in Istanbul

Die Yerebatan-Zisterne im Herzen Istanbuls wurde im 6. Jahrhundert unter dem byzantinischen Kaiser Justinian I. errichtet.

Die von Hunderten Marmorsäulen getragene Anlage beeindruckt Besucher bis heute. Besonders bekannt sind die geheimnisvollen Medusenköpfe, die zu den markantesten Elementen des Bauwerks gehören.

Pamukkale und Hierapolis: Wo Natur und Geschichte verschmelzen

 

 

Die weißen Kalkterrassen von Pamukkale gehören zu den bekanntesten Naturwundern der Türkei. Direkt darüber liegt die antike Stadt Hierapolis, deren Geschichte von der hellenistischen Zeit bis zur römischen Epoche reicht.

Mit ihrem Theater, ihren Tempeln und monumentalen Toranlagen verbindet die Region eindrucksvoll Natur und Kulturgeschichte.

Ani: Die tausendjährige Stadt an der Grenze

Die Ruinenstadt Ani in der Provinz Kars war einst die Hauptstadt des armenischen Bagratidenreichs und ein bedeutendes Handelszentrum an der Seidenstraße.

Kirchen, Kathedralen und mächtige Stadtmauern erinnern an die Blütezeit der Stadt, in der zeitweise rund 100.000 Menschen gelebt haben sollen. Besonders im Winter bietet Ani mit seiner verschneiten Landschaft eine einzigartige Atmosphäre.

Sümela-Kloster: Ein Meisterwerk in den Bergen

 

 

Das Sümela-Kloster in der Provinz Trabzon wurde in den steilen Felsen des Altındere-Tals errichtet. Seine Geschichte reicht bis ins 4. Jahrhundert zurück.

Jahrhundertelang war das Kloster ein wichtiges religiöses Zentrum. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten ist es heute wieder für Besucher geöffnet.

Akdamar-Insel: Ein verborgenes Juwel im Van-See

Die Akdamar-Insel im Van-See ist vor allem für die historische Akdamar-Kirche bekannt, die im Jahr 921 errichtet wurde.

Die Insel verbindet Kultur und Natur: Besucher erreichen sie mit dem Boot und können neben dem historischen Bauwerk auch die besondere Landschaft des Van-Sees erleben.

Die Istanbuler Landmauern: 1.500 Jahre Geschichte

Die historischen Landmauern Istanbuls gehören zu den beeindruckendsten Verteidigungsanlagen der Welt. Große Teile wurden im 5. Jahrhundert während der Herrschaft des byzantinischen Kaisers Theodosius II. errichtet.

Über fast ein Jahrtausend schützten sie die Stadt vor Angriffen. Auch während der Eroberung Konstantinopels durch Sultan Mehmed II. im Jahr 1453 spielten sie eine zentrale Rolle. Bis heute zählen die rund 1.500 Jahre alten Mauern zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Istanbuls.

Diese zehn Orte zeigen die außergewöhnliche historische Vielfalt der Türkei. Sie erzählen Geschichten von frühen Zivilisationen, großen Reichen und kulturellen Begegnungen – und gehören zu den wertvollsten Teilen des weltweiten Kulturerbes.