Türkei plant Tourismusroute durch sieben Provinzen im Südosten

(Bildquelle: Hürriyet)
07.11.2026 – 17:00 Uhr

GAZIANTEP – Die Türkei plant einen neuen Tourismuskorridor, der sieben Provinzen im Südosten des Landes miteinander verbinden soll. Gemeinsame Reiserouten, Werbekampagnen und Investitionsprojekte sollen das historische, kulturelle und natürliche Erbe der Region stärker in den Fokus rücken und den Tourismus über die einzelnen Städte hinaus fördern.

Zu dem geplanten Korridor gehören Gaziantep, Kilis, Hatay, Osmaniye, Kahramanmaraş, Adıyaman und Şanlıurfa. Bei einem Vorbereitungstreffen in Gaziantep unter Vorsitz des stellvertretenden Kultur- und Tourismusministers Nadir Alpaslan wurde das Vorhaben im Hinblick auf einen regionalen Entwicklungsworkshop erörtert. Organisiert wurde das Treffen gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Gouverneursamt.

Alpaslan hob die Entwicklung Gazianteps zu einem internationalen Tourismusziel und einem bedeutenden Zentrum für Kultur und Gastronomie hervor. Die Aufnahme der Stadt in das UNESCO-Netzwerk der kreativen Städte im Bereich Gastronomie sowie digitale Angebote wie die Plattform „Visit Gaziantep“ seien wichtige Bausteine dieser Entwicklung. Über die Plattform können Besucher ihre Reisen mithilfe digitaler Angebote planen.

Die gesamte Region rund um das Euphratbecken und Mesopotamien verfüge über großes Potenzial, zu einem international bedeutenden Reiseziel zu werden, sagte Alpaslan. Voraussetzung dafür sei eine engere Zusammenarbeit der sieben Provinzen.

Von Göbeklitepe bis zum Nemrut-Berg

Der geplante Korridor könnte einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Südosten der Türkei miteinander verbinden. Dazu zählen das Mosaikmuseum Zeugma und der historische Basar in Gaziantep, die archäologische Stätte Göbeklitepe in Şanlıurfa sowie der Nemrut-Berg in Adıyaman.

Auch die historische Altstadt und das archäologische Erbe von Hatay sowie die Burg von Kahramanmaraş sollen Teil des touristischen Netzwerks werden. Kilis und Osmaniye wollen ebenfalls ihre kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten einbringen.

Gazianteps Bürgermeisterin Fatma Şahin sprach von einer neuen Phase für Tourismus, Kultur und Kunst in der Region. Technologie könne dabei helfen, das Reiseerlebnis zu verbessern. Die Stadtverwaltung habe ein KI-gestütztes System entwickelt, mit dem Besucher direkt auf dem Mobiltelefon individuelle Reisepläne erstellen können.

„Wir versuchen, unsere Städte zu einer intelligenten und grünen Region zu machen“, sagte Şahin. Ziel sei es, das städtische Umfeld zu verbessern und den Zugang zu touristischen Angeboten zu erleichtern.

Der Gouverneur von Gaziantep, Kemal Çeber, betonte, dass eine abgestimmte Planung der sieben Provinzen entscheidend für den Erfolg des Vorhabens sei. Die Städte sollten sich dabei nicht als Konkurrenten, sondern als Partner verstehen.