Wintereinbruch im April: Fünf Meter Schnee blockieren Bergdörfer in Ostanatolien

16.04.2026 – 15:00 Uhr

Mitten im Frühling kämpfen die Räumtrupps in der osttürkischen Provinz Muş gegen gewaltige Schneemassen. Während in weiten Teilen des Landes die Temperaturen steigen, türmen sich in den Hochlagen Ostanatoliens noch immer Schneewände von bis zu fünf Metern Höhe auf. Die Sonderverwaltung der Provinz ist derzeit mit schwerem Gerät im Dauereinsatz, um die Verbindungswege zu mehreren abgelegenen Siedlungen freizukämpfen.

Besonders betroffen ist die sogenannte Üçevler-Gruppenstraße. Diese Route stellt die einzige Anbindung für zehn Dörfer und 21 Weiler an die Außenwelt dar. Luftaufnahmen, die mit einer Drohne gemacht wurden, zeigen das surreale Bild eines Winters mitten im April: Die eingesetzten Bagger und Radlader arbeiten sich durch weiße Wände, die teils deutlich höher sind als die Fahrerkabinen der Maschinen selbst.

Die Region Muş gilt als eine der geografisch und klimatisch rauesten Gegenden im ostanatolischen Hochland. Dass es auch in der zweiten Aprilhälfte noch zu erheblichen Behinderungen durch Altschnee kommt, ist hier keine Seltenheit. Die Einsatzkräfte versuchen mit Hochdruck, die Straßenverbindungen zu den betroffenen Siedlungen wiederherzustellen, um die Versorgung der Bevölkerung und die Erreichbarkeit der Weiler zu gewährleisten.

Die Arbeiten werden durch die Dichte und Härte des gepressten Altschnees erschwert. Mit dem weiteren Voranschreiten des Frühlings wird jedoch eine langsame Entspannung der Lage erwartet. Bis dahin sind die Schneefräsen und Kettenfahrzeuge der Sonderverwaltung unverzichtbar.