ANKARA – Die archäologischen Arbeiten in Göbeklitepe gehen in diesem Jahr in einem bislang unerforschten Bereich weiter. Im Norden des berühmten Fundortes im Südosten der Türkei haben erstmals Ausgrabungen auf einer rund 80 mal 70 Meter großen Fläche begonnen.

Das teilte der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy mit. Nach Angaben des Ministers deuten Oberflächenuntersuchungen und geomagnetische Messungen darauf hin, dass sich in dem neuen Bereich große öffentliche Bauten sowie rechteckige Gebäude und Hütten befinden könnten.
Ausgrabungen an drei Stellen gleichzeitig
Die neuen Arbeiten laufen parallel zu den Untersuchungen in den Bereichen GT1 und GT2, die unter zwei separaten Schutzdächern liegen. Gleichzeitig werden an den Bauwerken A, C und D Restaurierungs- und Sicherungsarbeiten durchgeführt.
Im Rahmen des Projekts „Erbe für die Zukunft“ wurden bereits rechteckige Gebäude freigelegt, die der zweiten Siedlungsphase Göbeklitepes und damit dem 8. Jahrtausend vor Christus zugerechnet werden.

Schutz der 12.000 Jahre alten Monumente
Neben den Ausgrabungen liegt ein Schwerpunkt auf der Erhaltung der außergewöhnlichen Anlage. Am Bauwerk C werden die bereits 2025 weitgehend abgeschlossenen Sicherungsarbeiten fortgesetzt. Unter anderem werden die letzten Fragmente der Oberfläche eines wieder aufgerichteten T-förmigen Pfeilers an ihren ursprünglichen Platz gesetzt.
Am Bauwerk D wurden die Mauern stabilisiert. Zudem verstärkten die Archäologen die Verbindungen der beiden zentral gegenüberstehenden Pfeiler mit dem Untergrund. Stahlseile sollen die monumentalen Steine zusätzlich gegen Erschütterungen sichern.
Auch die Besucherwege werden im Zuge der neuen Ausgrabungsbereiche überarbeitet. Die erneuerten Wege sollen in Kürze für Besucher geöffnet werden.
Minister Ersoy betonte, dass Ausgrabungen, Restaurierung und Schutzmaßnahmen an verschiedenen Stellen gleichzeitig vorangetrieben würden. Ziel sei es, das einzigartige archäologische Erbe Göbeklitepes mit einem ganzheitlichen Ansatz für kommende Generationen zu bewahren.