Südosttürkei rückt in den Fokus: Neue Tourismusoffensive gestartet

11.04.2026 – 18:00 Uhr

ISTANBUL – Die Türkei will ihre Tourismuslandschaft stärker über die klassischen Küstenregionen hinaus erweitern. Im Rahmen der zweiten Phase der Initiative „Tourism Century“ sollen insbesondere die südostanatolischen Provinzen Batman und Şırnak als neue Reiseziele etabliert werden.

Die Initiative wird vom türkischen Reiseverband TÜRSAB in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Gaziantep umgesetzt. Zwischen dem 3. und 8. Mai sind verschiedene Veranstaltungen geplant, darunter eine Fachkonferenz, Besichtigungen vor Ort sowie eine offizielle Präsentation der touristischen Angebote der Region.

Ziel des Programms ist es, Reiseveranstaltern und Medien die kulturellen, historischen und natürlichen Potenziale der Region näherzubringen und diese stärker in internationale und nationale Reiseprogramme zu integrieren.

Angeführt wird das Projekt von Gazianteps Bürgermeisterin Fatma Şahin, deren Stadtverwaltung bereits als Modell für regionale Entwicklungsstrategien vorgestellt wird.

Die Südosttürkei gilt traditionell als weniger erschlossene Tourismusregion. In den vergangenen Jahren wurden jedoch verstärkt Infrastrukturmaßnahmen und Sicherheitsoperationen durchgeführt, die nach Angaben von Behörden zu einer stabileren Lage in der Region beigetragen haben.

Ein zentrales Beispiel für das touristische Potenzial ist die historische Stätte Hasankeyf. Dort wurden umfangreiche Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen umgesetzt, um die archäologische Bedeutung des Ortes zu bewahren und gleichzeitig den Zugang für Besucher zu verbessern. Mit seinen jahrtausendealten Siedlungsspuren, Höhlenstrukturen und dem neu angelegten Archaeopark soll Hasankeyf künftig eine Schlüsselrolle im Tourismus spielen.

Langfristig verfolgt das Projekt das Ziel, weniger bekannte Regionen stärker in bestehende Reiserouten einzubinden und die touristische Saison geografisch wie zeitlich auszuweiten.

Das Konzept baut auf Erfahrungen aus der südwesttürkischen Provinz Burdur auf, wo ähnliche Kooperationen mit Reiseveranstaltern bereits zu einer höheren touristischen Sichtbarkeit geführt haben.

Nach Angaben der Organisatoren soll das Modell künftig auch auf weitere Provinzen wie Diyarbakır ausgeweitet werden.