Schwere Unwetter zerstören Pistazien-Ernten im Süden der Türkei

06.05.2026 – 15:00 Uhr

Gaziantep. Eine heftige „Superzellen“-Gewitterfront hat im Süden der Türkei massive Schäden in der Landwirtschaft angerichtet. Besonders betroffen sind Pistazienplantagen in Gaziantep sowie in den Provinzen Şanlıurfa und Adıyaman.

Das Unwetter, begleitet von Starkregen, Hagel und stürmischen Winden, riss zahlreiche Bäume aus dem Boden und beschädigte tausende Hektar Anbauflächen. Besonders kritisch ist der Zeitpunkt: Viele Pistazienbäume befinden sich derzeit in der empfindlichen Fruchtbildungsphase.

Nach Angaben von Landwirtschaftsminister İbrahim Yumaklı laufen die Schadensanalysen durch Experten der staatlichen Agrarversicherung TARSİM noch.

Landwirtschaftsvertreter sprechen bereits von erheblichen Verlusten. In Şanlıurfa seien mindestens 3.000 Dekar Pistazienfelder betroffen. Die Region gilt als Zentrum der Pistazienproduktion und liefert rund 45 Prozent der landesweiten Ernte. Auch Weizen- und Linsenfelder wurden beschädigt.

Besonders dramatisch ist die Lage im Bezirk Karkamış in Gaziantep: Dort seien laut lokalen Angaben nahezu alle Pistazienanbauflächen in Mitleidenschaft gezogen worden. Branchenvertreter warnen, dass die Ernten der kommenden zwei Jahre stark beeinträchtigt sein könnten.

Auch in Elazığ meldeten Behörden Schäden auf rund 50.000 Dekar landwirtschaftlicher Flächen, darunter Linsen, Kichererbsen, Gerste und Weizen.

Die Auswirkungen könnten sich auch auf die Lebensmittelpreise auswirken. Pistazien sind eine zentrale Zutat für Süßwaren wie Baklava. Branchenkenner warnen vor möglichen Preisschwankungen – auch wenn eine genaue Einschätzung derzeit noch verfrüht ist.