BITLIS – Der Nemrut-Krater im Osten der Türkei ist offiziell zum Nationalpark erklärt worden. Die Entscheidung betrifft eine Fläche von 4.804,61 Hektar und wird in Bitlis mit großer Freude aufgenommen. Künftig sollen Besucher die spektakuläre Vulkanlandschaft besser erleben können, ohne dass die Natur darunter leidet.

Der zwischen den Landkreisen Ahlat, Güroymak und Tatvan gelegene Nemrut-Krater zählt zu den wichtigsten Natur- und Tourismusattraktionen der Provinz Bitlis. In seinem Inneren befindet sich der zweitgrößte Kratersee der Welt und der größte der Türkei.
Mit der neuen Nationalpark-Kategorie wird das Gebiet von seinem bisherigen Schutzstatus als besonders streng geschützte Zone in eine Form des Naturschutzes überführt, bei der gleichzeitig eine kontrollierte touristische Nutzung ermöglicht werden soll.
Wanderwege und Aussichtsterrassen geplant
Bitlis’ Gouverneur Ahmet Karakaya erklärte, dass bereits seit rund zwei Jahren an der Aufwertung des Gebiets gearbeitet werde.
„Unsere oberste Priorität ist, dass die Natur keinen Schaden nimmt und geschützt wird“, sagte Karakaya. Gleichzeitig solle der Krater für Naturfreunde und Touristen attraktiver werden.
Geplant sind unter anderem Wanderwege, Ausflugsbereiche und Aussichtsterrassen. Auch Einrichtungen für die Bedürfnisse der Besucher sollen entstehen. Nach Angaben des Gouverneurs wird zudem über einen Wohnmobilstellplatz nachgedacht. Je nach rechtlichen Vorgaben könnten außerdem nicht motorisierte Wassersportangebote hinzukommen.
Die konkreten Maßnahmen sollen im Rahmen eines Managementplans ausgearbeitet werden, den die Generaldirektion für Naturschutz und Nationalparks erstellen soll.

„Ein wichtiger Motor für den Tourismus“
Karakaya sieht in der Ernennung zum Nationalpark einen wichtigen Schritt für die gesamte Region. Der Nemrut-Krater könne künftig eine „Lokomotive“ für den Tourismus in Bitlis werden, sofern das Gleichgewicht zwischen Naturschutz und touristischer Nutzung gewahrt bleibe.
Für die Umsetzung der Entscheidung seien allerdings noch weitere Arbeiten notwendig. Dazu gehören unter anderem die Klärung verschiedener Fragen im Zusammenhang mit Schutzgebieten, Weideflächen und Flurbereinigung.
Auch Besucher des Nemrut-Kraters begrüßten die Entscheidung. Sie hoffen, dass behutsam angelegte Besucherbereiche die Zahl der Touristen erhöhen und gleichzeitig die einzigartige Natur des Gebiets erhalten bleibt.