Naturwunder in Ostanatolien: Seltene Kaiserkronen blühen in den Bergen von Muş

Bilder: DHA
26.04.2026 – 17:00 Uhr

Muş – In den Hochlagen der osttürkischen Provinz Muş zeigt sich derzeit ein seltenes Naturphänomen: Die Kaiserkrone, eine geschützte und nur kurz blühende Pflanze, steht in voller Blüte und verwandelt die Berglandschaft in ein intensives rotes Blütenmeer.

Die Pflanzen wachsen in den rund 1800 Meter hoch gelegenen Gebieten der Region Karaağaçlı und sind nur für etwa 15 bis 20 Tage im Jahr sichtbar. Danach ziehen sie sich wieder zurück und bleiben bis zur nächsten Saison verborgen.

Das außergewöhnliche Naturereignis zieht zahlreiche Besucher an. Naturfreunde und Fotografen nehmen teils lange und beschwerliche Wege auf sich, um die Blütenpracht aus nächster Nähe zu erleben. Der Aufstieg zu den Hochlagen dauert rund zwei Stunden und erfordert Kondition – wird jedoch mit eindrucksvollen Ausblicken belohnt.

Auch Gäste aus anderen Regionen reisen gezielt an, um die seltene Blüte zu sehen. Besucher aus Trabzon und Samsun berichteten, sie seien ausschließlich wegen der Kaiserkrone nach Muş gekommen.

Viele Besucher zeigen sich beeindruckt von der einzigartigen Landschaft und betonen den besonderen Schutzwert der Pflanze. Die Kaiserkrone gilt als endemische Art und steht unter strengem Schutz – das Pflücken oder Beschädigen ist verboten und wird mit hohen Geldstrafen geahndet.

Aufgrund des Besucherandrangs sind auch Sicherheitskräfte im Einsatz. Die Muş İl Jandarma Komutanlığı kontrolliert das Gebiet regelmäßig und weist Besucher auf den Schutz der empfindlichen Natur hin.

Jedes Jahr verwandelt die kurze Blütezeit der Kaiserkrone die Bergregion in ein beliebtes Ziel für Naturtourismus – und in ein eindrucksvolles Beispiel für die fragile Schönheit der Hochgebirgsflora.