Die Türkei feiert sich selbst – und diesmal ist der Südosten dran: Vom 10. bis 18. Oktober macht die Festivalreihe „Türkiye Kültür Yolu“ zum fünften Mal in Diyarbakır Station. Neun Tage lang wird die Stadt zu einer Bühne für Konzerte, Theater, Ausstellungen, Gastronomie und Kinderprogramme.
Veranstaltet wird das Festival vom türkischen Ministerium für Kultur und Tourismus. Insgesamt ist Diyarbakır die 22. Station der landesweiten Reihe. Als Schauplätze dienen die von Mauern umgebene Altstadt, der Museumskomplex İçkale sowie zahlreiche Kultur- und Kunstorte der Stadt.
Kulturminister Mehmet Nuri Ersoy erklärte, man wolle „das tief verwurzelte kulturelle und künstlerische Erbe Diyarbakırs in die verschiedenen Bereiche unseres Festivalprogramms übertragen und die historische Textur der Stadt mit unterschiedlichen Kunstdisziplinen zusammenbringen”. Ziel sei es, „das kulturelle Erbe der Stadt einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und zum kulturellen Potenzial der Stadt beizutragen“.
Gastronomie im Mittelpunkt
In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt des Programms auf der Küche der Region. Die Gastronomie-Veranstaltungen werden von Gamze Çizreli kuratiert. Zu den angekündigten Gästen zählen die in den Michelin-Reiseführern vertretenen Köche Ömür Akkor, Erşan Yılmaz, Mahir Nazlıcan und Çiğdem Seferoğlu, sowie die Köche Burcu Önal, Gökhan Ali Çamkerten und Emre Murat. Ebenfalls erwartet werden die Autoren und Gastronomieforscher Silva Özyerli, Ebru Erke, Müge Akgün und Emine Tuna.
Mehr als 40 „Lezzet Noktası” (Geschmackspunkte) sind Teil der gastronomischen Route. Geboten werden regionale Gerichte, verschiedene Kebab-Varianten, traditionelle Süßspeisen und lokale Spezialitäten. Die Küche von Diyarbakır gilt als von unterschiedlichen Epochen und Kulturen Mesopotamiens geprägt. Zu den bekanntesten Gerichten zählen Meftune, Rippchen-Dolma, Duvaklı Pilav, İçli Köfte und Leberkebap. Auch der Burma-Kadayıf nimmt als traditionelle Süßspeise einen wichtigen Platz ein.
Prominente Namen auf der Bühne
Im Nevruz-Park finden während des Festivals kostenlose Konzerte statt. Angekündigt sind unter anderem Hakan Altun, Mert Demir, Sefo, Sagopa Kajmer, Pozi, Derya Uluğ, Bengü, Murat Boz und Fatma Turgut. Das Musikprogramm wird durch Auftritte der Regionalen Militärmusikkompanie des 7. Armeekorps ergänzt. Im Cahit-Sıtkı-Tarancı-Kultur- und Kunstzentrum findet zudem das Konzert „Anadolu’dan Miras“ statt.
Das Theaterprogramm umfasst unter anderem die Aufführungen „Öteki Ankara Müzikali“, „İbiş’in Rüyası“, „Aşkın Sen Hali“, „Kendi Gök Kubbemiz“, „Göç Hayaller“, „Yalancının Mumu“, „İstanbul’un Son Beyzadeleri“ und „Gün Eksilmesin Penceremden“. Die Aufführungen finden an verschiedenen Spielstätten statt, darunter die Orhan-Asena-Bühne des Staatstheaters Diyarbakır, das Cahit-Sıtkı-Tarancı-Kulturzentrum, das Kayapınar-Kulturzentrum und das Ethnografiemuseum im Cahit-Sıtkı-Tarancı-Haus.
Ausstellungen und Kinderprogramm
Das Archäologiemuseum Diyarbakır zeigt drei Ausstellungen: „Osmanlı’nın Mukaddes Emanetleri“ über den Umgang des Osmanischen Reiches mit heiligen Stätten, „Yaşayan Miras: Diyarbakır“ über traditionelle Kunst und Handwerk sowie die 13. Malereiausstellung des Türkischen Jockey-Clubs. Weitere Ausstellungen widmen sich dem französischen Archäologen Albert Louis Gabriel („Gabriel’e Vefa“), der Geschichte Mesopotamiens („İnsanlığın Ortak Mirası: 33 Medeniyet Mezopotamya“) und dem traditionellen Handwerk („Gelenekten Geleceğe Usta Ellerin İzi“).
Für Kinder gibt es im Yenikapı-Hançepek-Meydanı ein „Kinderdorf“ mit traditionellen Sportarten, Handwerken und Spielen („Etnospor“), Aktivitäten des Kinderdorfs und das Aselsan-Kinderfest. Zudem wird das Projekt „Pony Club Şehrinize Geliyor” des Türkischen Jockey-Clubs angeboten. Am Eröffnungstag finden zudem die Veranstaltungen „FotoMaraton Diyarbakır“ und „FotoMaraton Çocuk“ statt, bei denen Amateur- und Profifotografen sowie Kinder die Stadt fotografisch erkunden können.
Minister Ersoy betonte, Diyarbakır sei „eine der außergewöhnlichsten Kulturstädte der Türkei“. Die Spuren verschiedener Zivilisationen zeigten sich „von den Stadtmauern über den Innenhof der Zitadelle (İçkale) und die Ulu-Moschee bis zu den Hevsel-Gärten, von traditionellen Handwerkskünsten über die Musik bis zur Küche“.
Weitere Informationen zum Programm sind auf der offiziellen Website des Türkiye-Kültür-Yolu-Festivals sowie auf dem Instagram-Account @turkiye_kulturyolu abrufbar.