Kars – Der Çıldır-See an der Grenze zwischen Kars und Ardahan hat sich mit Beginn des Frühlings in ein beeindruckendes Naturparadies verwandelt. Trotz noch teilweise zugefrorener Wasserflächen ist der See derzeit stark von Zugvögeln bevölkert.
Der hoch gelegene See auf rund 1959 Metern über dem Meeresspiegel gilt nach dem Van-See als zweitgrößter Süßwassersee der Türkei in der Region. Er liegt zwischen dem Bezirk Arpaçay in Kars und dem Bezirk Çıldır in Ardahan und beherbergt insgesamt sechs kleine Inseln.
Am See sind derzeit zahlreiche Vogelarten zu beobachten. Dazu zählen unter anderem die bekannte Van-See-Möwe, Krauskopfpelikane, Gänse, Stockenten, Blässhühner, Krickenten und Kormorane. Besonders die Inseln im See dienen vielen dieser Arten als Brut- und Lebensraum, wodurch sich die Region in ein regelrechtes „Vogelparadies“ verwandelt.
Einwohner der nahegelegenen Ortschaft Doğruyol berichten, dass die anhaltend kühlen Temperaturen und fehlender Wind die Eisschmelze verzögern. Ülgen Tanrıverdi erklärte, dass der See zwar langsam auftaut, die kalten Witterungsbedingungen den Prozess jedoch deutlich verlangsamen.
Normalerweise beginnt die Eisbildung im Dezember und löst sich ab Mitte März wieder auf. Bis Mitte April ist der See in der Regel vollständig eisfrei. In diesem Jahr verzögerten sich sowohl das Zufrieren als auch das Auftauen um etwa 15 bis 20 Tage aufgrund der Wetterbedingungen.
Trotz der noch winterlichen Bedingungen bietet der Çıldır-See derzeit ein seltenes Zusammenspiel aus Eislandschaft und lebendiger Vogelwelt – ein Naturphänomen, das jedes Jahr zahlreiche Besucher anzieht.