10 Meter hohe Schneeräumung am Nemrut-Kratersee abgeschlossen – Straße wieder befahrbar

16.05.2026 – 12:00 Uhr

Ein fast schon mythischer See gibt den Blick wieder frei. Nach einem monatelangen Kampf gegen gewaltige Schneemassen hat die türkische Provinz Bitlis die Zufahrt zum Nemrut-Kratersee für Besucher geöffnet. Die Schneehöhe auf der Strecke hatte an windexponierten Stellen stellenweise die Marke von zehn Metern erreicht.

Am Mittwoch verkündete Bitlis’ Gouverneur Ahmet Karakaya vor Ort das symbolische Ende der diesjährigen Schneeräumung. Begleitet von Sicherheits- und Verwaltungsvertretern inspizierte er die geräumte Straße auf dem 2 247 Meter hohen Nemrut-Berg. „Wir haben Ende Dezember 2025 mit der Schneebekämpfung begonnen und setzen heute, am 13. Mai 2026, symbolisch den Schlusspunkt hier in der Nemrut-Caldera“, erklärte Karakaya.

Die meteorologischen Daten belegen eine ungewöhnlich harte Saison: Insgesamt fielen in der Region mehr als 9,5 Meter Neuschnee. Die Einsatzkräfte mussten deshalb massiv aufgestockt werden. Auf einem ländlichen Wegenetz von offiziell 3.655 Kilometern legten die Räumtrupps ein Vielfaches dieser Strecke zurück. „Wir haben etwa 28.000 Kilometer Straße vom Schnee befreit. Jede Route wurde im Durchschnitt acht Mal geöffnet“, rechnete der Gouverneur vor. Dafür waren durchgängig rund 70 schwere Maschinen und 90 Mitarbeiter in zehn Stützpunkten im Einsatz. Der Kraftstoffverbrauch für die gesamte Aktion summierte sich auf rund 465.000 Liter.

Der Nemrut-Kratersee, der im Rahmen des EDEN-Projekts für nachhaltigen Tourismus mit dem europäischen „Excellence Award“ ausgezeichnet wurde, ist der größte Kratersee der Türkei und der zweitgrößte der Welt. Die Arbeit der Räumdienste wird durch die extreme Geografie zusätzlich erschwert: Windverfrachtungen und Lawinenabgänge türmen den Schnee weit über das durchschnittliche Niveau auf.

Doch der freigelegte Weg ist nicht die einzige Neuigkeit für die Region. Gouverneur Karakaya gab bekannt, dass die Erhebung des Areals in den Status eines Nationalparks unmittelbar bevorstehe. „Die Entscheidung erwarten wir in wenigen Wochen. Sämtliche Verfahren sind abgeschlossen“, sagte Karakaya und verwies dabei auf die Unterstützung durch das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft. Sobald die Ernennung in Kraft tritt, dürfte der einzigartige Kratersee, der nun aus seinem Winterschlaf erwacht ist, noch stärker in den Fokus des internationalen Tourismus rücken.