Türkei: Sicherheitsalarm am Sümela-Kloster – Behörden prüfen Steinschlag-Risiko

27.04.2026 – 17:00 Uhr

Trabzon – Rund um das berühmte Felsenkloster Sümela im Nordosten der Türkei haben Behörden eine neue Sicherheitsuntersuchung eingeleitet. Grund sind wiederholte Felsabbrüche entlang der Zufahrtsstraße zu der stark besuchten Anlage in der Provinz Trabzon.

Das an einer steilen Felswand gelegene Sümela Monastery zieht jährlich Besucher aus aller Welt an. Trotz umfangreicher Stabilisations- und Restaurierungsarbeiten in den vergangenen Jahren war ein etwa 300 bis 400 Meter langer Abschnitt des Zugangs bislang nicht vollständig auf Felssturzrisiken untersucht worden.

Im Rahmen der neuen Maßnahme setzen Fachleute nun unter anderem Lidar-Luftscans ein, um das Gelände detailliert zu vermessen. Dabei sollen Vegetation entfernt und instabile Felsbereiche sichtbar gemacht werden. Ziel ist die Erstellung präziser Gefahrenkarten.

Auf Basis der gewonnenen Daten werden anschließend 3D-Simulationen möglicher Felsstürze erstellt, die unter anderem Aufprallgeschwindigkeit und Flugbahn der Steine berechnen. Daraus sollen neue Schutz- und Sicherungsmaßnahmen abgeleitet werden.

Experten der Karadeniz-Technischen Universität betonen, dass es in der Region seit Jahrzehnten immer wieder zu Felsstürzen kommt, teilweise mit Verletzten. Zwar seien viele Bereiche rund um das Kloster bereits gesichert worden, dieser Abschnitt der Zufahrtsroute sei jedoch bisher vernachlässigt worden.

Das im 4. Jahrhundert gegründete Kloster ist eng mit einer Legende verbunden, nach der zwei Mönche unabhängig voneinander eine Vision der Jungfrau Maria hatten und daraufhin an den heutigen Standort reisten, wo sie eine heilige Ikone entdeckten.