TRABZON (DHA) – Nach dem Erdrutsch im Bezirk Vakfıkebir der türkischen Provinz Trabzon sind die technischen Untersuchungen an einem sechsstöckigen Wohnhaus abgeschlossen worden. Nachdem festgestellt wurde, dass Fundament und tragende Säulen des Gebäudes keine Schäden aufweisen, wurde die zuvor angebrachte Versiegelung aufgehoben. Ein Teil der Bewohner konnte in seine Wohnungen zurückkehren. Die Anwohner äußern jedoch weiterhin Sorgen und fordern den Bau einer Stützmauer an dem angrenzenden Hang.

Der Erdrutsch ereignete sich am 6. Januar im Stadtteil Hürriyet. Gesteinsbrocken und Erdreich lösten sich von einem steilen Hang und rutschten gegen die Rückseite des sechsstöckigen Wohnhauses. Dabei wurden Fenster in den Wohnungen im ersten und zweiten Stock zerstört, mehrere Räume füllten sich mit Erde und Steinen. Auch ein in der Nähe geparktes Auto sowie Teile des Gebäudes wurden beschädigt.
Nach dem Vorfall wurden Polizei, Katastrophenschutz (AFAD), Feuerwehr und Rettungsdienste alarmiert. Aufgrund des Risikos ordnete AFAD die Evakuierung des Gebäudes an. Einige Bewohner kamen bei Angehörigen unter, andere wurden in Gästehäusern untergebracht. Das Wohnhaus wurde anschließend versiegelt.
Technische Untersuchungen abgeschlossen
Nach Abschluss der unter Koordination von AFAD durchgeführten technischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass Fundament und Säulen des Gebäudes nicht beschädigt sind. Daraufhin wurde die Versiegelung entfernt und einigen Bewohnern die Rückkehr in ihre Wohnungen erlaubt. Die Wohnungen in den ersten drei Stockwerken, die besonders betroffen sind, bleiben jedoch weiterhin gesperrt.
Rund um das Gebäude laufen derzeit Aufräumarbeiten. Zudem wurde der steile Hang teilweise mit Baumaschinen gesichert. In den kommenden Tagen sollen Maßnahmen zur Verstärkung der tragenden Säulen sowie Reparaturarbeiten am Gebäude beginnen.

Bewohner weiterhin besorgt
Etwa 70 Bewohner des Hauses äußerten trotz der Freigabe anhaltende Sorgen. Sie fordern insbesondere den Bau einer stabilen Stützmauer vor dem nahezu senkrechten Hang, um zukünftige Erdrutsche zu verhindern.
Die Hausverwalterin Emine Demir erklärte, dass die Rückkehr in das Gebäude zwar erlaubt worden sei, jedoch nicht alle Bewohner zurückkehren könnten, da einige Wohnungen noch beschädigt seien. „Viele Menschen sind betroffen und hatten große Schwierigkeiten. Erfreulich ist, dass es keine Verletzten gab. Dennoch stellt der Hang weiterhin eine Gefahr dar“, sagte sie.
Auch Bewohner Ali Aktaş, dessen Wohnung im dritten Stock weiterhin gesperrt ist, äußerte seine Besorgnis: „Uns wurde gesagt, dass die Gebäudeverstärkung beginnt, aber am Hang selbst soll nichts gemacht werden. Wir wünschen uns dort eine Stützmauer. Der Hang ist sehr nah an unseren Wohnungen, und wir möchten so etwas nicht noch einmal erleben.“
Eine weitere Bewohnerin, Şenay Gül, berichtete, dass sie zwar wieder in ihre Wohnung zurückkehren konnte, sich aber weiterhin unsicher fühle. „Der hintere Bereich ist immer noch gefährlich. Auch wenn gesagt wird, dass keine Gefahr besteht, fühlen wir uns nicht wirklich sicher“, sagte sie.
Die Ermittlungen und Arbeiten zur endgültigen Sicherung des Geländes dauern an.
(DHA)