Zu schön für Instagram: Dieses Dörfchen sperrt Straße gegen Touristenflut

19.02.2026 – 8:00 Uhr

In Italien greift ein kleines Bergdorf zu drastischen Mitteln gegen den Massentourismus. Die Gemeinde Funes in Südtirol, nahe der österreichischen Grenze, will den Ansturm von Tagesausflüglern eindämmen – und sperrt dafür zeitweise eine Zufahrtsstraße.

Instagram-Ruhm mit Nebenwirkungen

Auslöser ist die malerische Santa Maddalena Church. Die kleine Kirche aus dem 15. Jahrhundert vor der dramatischen Kulisse der Geisler-Spitzen entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum Social-Media-Magneten. Täglich strömen Hunderte Besucher in das 2.500-Einwohner-Dorf – viele bleiben nur kurz für das perfekte Foto.

Anwohner klagen über Dauerstau auf der schmalen Zufahrtsstraße, Müll und unerlaubtes Betreten privater Wiesen. „Sie wollen dieses eine Bild – egal um welchen Preis“, heißt es aus dem Ort. Das normale Dorfleben leide massiv.

Schranken gegen “Selfie-Stopp-Tourismus”

Von Mitte Mai bis November wird die Straße zur Kirche nun mit Schranken versehen. Durchfahren dürfen sie nur noch Einheimische und Urlauber mit Hotelreservierung im Ort. Alle anderen müssen ihre Fahrzeuge weiter unten abstellen und den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen. Gleichzeitig sollen die Parkgebühren steigen.

Ein ähnlicher Versuch war vor einigen Jahren gescheitert, weil Besucher Absperrungen umgingen. Dieses Mal werden die Kontrollpunkte weiter nach vorne verlegt und zusätzlich Personal eingesetzt.

Social Media als Tourismus-Turbo

Internationale Aufmerksamkeit erhielt der Ort unter anderem, nachdem die Kirche auf SIM-Karten eines chinesischen Mobilfunkanbieters abgebildet war. Auch der nahegelegene Berg Seceda wurde durch ein Apple-Bildschirmmotiv weltweit bekannt. Heute gehören beide Motive zu den Dauerbrennern auf Instagram und TikTok.

Bürgermeister Peter Pernthaler spricht von einem Schritt hin zu „sanftem“ oder „langsamem“ Tourismus. Ziel sei es, die Balance zwischen Lebensqualität für die Bewohner und einem nachhaltigen Besuchererlebnis zu wahren.

Das idyllische Alpenpanorama bleibt – doch der schnelle Selfie-Stopp soll künftig deutlich schwerer werden.