Venedig plant 30-Euro-Gebühr für Tagesgäste

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25.09.2026 – 8:00 Uhr

Venedig will stärker gegen den Massentourismus vorgehen und erwägt, die Gebühr für Tagesbesucher ab 2027 deutlich zu erhöhen. Statt der derzeit geltenden 5 bis 10 Euro könnte künftig eine Abgabe von bis zu 30 Euro fällig werden.

Der stellvertretende Bürgermeister Michele Zuin erklärte, die derzeitige Gebühr sei für die meisten Besucher problemlos erschwinglich. Dadurch bestehe die Gefahr, dass sie ihre abschreckende Wirkung verliere. Zwischenzeitlich sei sogar eine Erhöhung auf 50 Euro diskutiert worden. Als mögliche Obergrenze werde nun jedoch ein Betrag von 30 Euro genannt.

Mehr Tage und höhere Gebühren

Venedig erhebt die Eintrittsgebühr seit 2024 für Tagesbesucher, insbesondere an Tagen mit besonders hohem Besucheraufkommen. Bei ihrer Einführung galt die Maßnahme für eine Stadt dieser Größenordnung als weltweit einzigartig.

2024 wurde die Gebühr an 29 Tagen zwischen April und Juli erhoben. 2025 wurde der Zeitraum auf 54 Tage ausgeweitet und ein zweistufiges Preismodell eingeführt, bei dem die Höhe der Gebühr unter anderem davon abhängt, wie früh der Besuch reserviert wird.

2026 galt die Regelung bereits an insgesamt 60 Tagen zwischen dem 3. April und dem 26. Juli. Dabei wurden fast 680.000 Eintrittstickets verkauft und Einnahmen von rund 5,2 Millionen Euro erzielt.

Stadt will Besucherströme entzerren

Nach Angaben der Stadt steht jedoch nicht die Einnahmenerzielung im Mittelpunkt. Vielmehr soll die Gebühr dazu beitragen, den Besucherandrang gleichmäßiger über das Jahr und die einzelnen Tage zu verteilen. Tagesgäste sollen möglichst dazu bewegt werden, besonders überfüllte Zeiten zu meiden.

Die Abgabe gilt ausschließlich für Besucher, die nur wenige Stunden in Venedig verbringen und noch am selben Tag wieder abreisen. Touristen, die in der Stadt übernachten, sind von der Eintrittsgebühr ausgenommen und zahlen stattdessen eine separate Übernachtungssteuer.